Greven : Kleine Kirche, großer Einsatz

Immer wieder aufs Neue ist Fredo Kreft stolz auf die Kirche seiner Heimatgemeinde Greven. Auch wenn noch viel für den Erhalt des Bauwerks getan werden muss.
Immer wieder aufs Neue ist Fredo Kreft stolz auf die Kirche seiner Heimatgemeinde Greven. Auch wenn noch viel für den Erhalt des Bauwerks getan werden muss.

Für den Erhalt der Dorfkirche in Greven wurde schon viel Geld investiert – Es besteht noch immer viel Handlungsbedarf, um die Schönheit zu wahren

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21. Juni 2019, 12:00 Uhr

Wie sehr sich manchmal ein Blick abseits der Hauptverkehrsstraßen lohnt, wird in Greven eindrücklich unter Beweis gestellt. In dem Ort an der B 195 steht nämlich ein wahres Kleinod. Und nur ein kleiner Dreh am Lenkrad ist erforderlich, es in Augenschein zu nehmen. Die Rede ist von der Kirche der Gemeinde. In rund 50 Metern Entfernung zur Bundesstraße steht das Gotteshaus auf einem Berg. Der Turm sticht sofort ins Auge. „Im Jahr 2006 wurde dessen Dach komplett saniert“, weiß Fredo Kreft über das 34 Meter hohe Bauwerk zu berichten. Ganze 200 000 Euro seien dafür investiert worden, fährt der Mann etwas zwiegespalten fort.

Denn Fredo Kreft, der aktuelle Vorsitzende des Fördervereins für die Dorfkirche, vermittelt mit dieser Aussage auch, dass noch viel getan werden muss, um die Kirche in ihrer Schönheit zu erhalten. „Zuletzt wurden die Wände trockengelegt. Als nächstes ist die Orgel dran“, gibt der Grevener einen Ein- wie Ausblick. Das alles sei mit viel Geld verbunden. Insgesamt ist schon knapp eine halbe Million Euro in den Erhalt des Gotteshauses geflossen. Geld, welches der Verein mit zwölf Mitgliedern kaum hat und immer wieder mit viel Mühen beantragen muss.

Dennoch denken die Verantwortlichen nicht ans Aufgeben. „Ich bin hier aufgewachsen und habe früher neugierig durch das Türfenster geschaut, da liegt mir das Gebäude natürlich am Herzen“, nennt Fredo Kreft einen Grund für den großen Einsatz. Noch beschreibender für Hingabe, mit der explizit er für die Dorfkirche am Werk ist, ist die Tatsache, dass der Vorsitzende des Fördervereins gar nicht christlich ist.

Für ihn tut dies jedoch gar nichts zur Sache. „Die Kirche ist zwar noch gar nicht so alt, aber es gibt hier schon viele Geschichten zu erzählen“, sagt der Mann. Für alle, die diese hören möchten, würde er gar persönlich kommen, um die Tür zum Gotteshaus zu öffnen. Er hat dafür sogar noch den originalen Schlüssel aus dem Jahr 1905. In diesem Jahr wurde die Kirche aufgebaut. Ihr Ursprung lag dabei in einer älteren Kapelle. Auch die Ziegel zeugen noch davon. Prangt auf ihnen vereinzelt noch die Jahreszahl und ihr Produktionsort, der in Hagenow liegt.

Ginge es derweil nach Fredo Kreft, könnten sich von all diesen kleinen Akzenten nicht nur historisch Interessierte einmal persönlich in den Bann ziehen lassen. Der Mann sieht noch weitaus mehr Potenzial in dem Gebäude. „Eigentlich ist es hier ja so schön, dass es ein toller Ort für Hochzeiten wäre“, gibt der Mann zu verstehen. Kreft fügt jedoch noch hinzu: „Momentan werden hier leider mehr Beerdigungen begangen.“

Etwas beschreibend ist dies auch für den Förderverein. Sieht Kreft doch auch für diesen die Alterspyramide immer weiter nach oben steigen. „Wir brauchen junge Menschen, damit es mit der Kirche weiter vorangeht“, ist er sich deswegen auch sicher. Und natürlich könnte für die Nachwuchsgewinnung auch hilfreich sein, wenn ein paar mehr Menschen den Blick abseits der Hauptverkehrsstraßen wagen und sich somit von der Schönheit der Kirche verzaubern lassen würden.

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