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Gutes Jahr : Klein, fein, erfolgreich: Rekordjahr im Elbe-Kino

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Mehr als 25 000 Filmfans stürmen 2013 in die Säle / Ab 30 000 Besuchern wäre es kostendeckend

svz.de von
erstellt am 29.Jan.2014 | 17:31 Uhr

Rekord im Boizenburger Kino: 2013 ist das erfolgreichste Kinojahr seit der Wiederöffnung des Hauses 2002. Mehr als 25 000 Filmfans haben es sich dort mit Popcorn und Cola gemütlich gemacht, um die Neuheiten aus der Filmbranche auf Leinwand zu sehen. 16 Prozent mehr als 2012. Und das, obwohl die Zuschauerzahlen bundesweit „nicht unbedingt hoch gehen“, sagt Geschäftsführer Christian Lempp. Das Internet sei eine zunehmende Konkurrenz, weshalb er schätzt, dass es für die Branche künftig eher noch schwieriger wird. Um so mehr Stolz empfindet er angesichts der aktuellen Zahlen in der Elbestadt.

Ein Grund für den Erfolg sei die Digitalisierung und Umstellung auf 3D Ende 2012. „Klar, jeder wollte die Technik sehen“, sagt Christian Lempp. Vor allem die Bildqualität sei oft gelobt worden. Der andere Grund: Das Kino ergattert einfacher aktuelle Filme von den Verleihern. So läuft derzeit „All is Lost“ mit Robert Redford im kleinen Boizenburg, aber nicht in der Landeshauptstadt Schwerin. „Jetzt reden alle darüber“, begründet der Betreiber die frühe Wahl des „speziellen“ Films. Bisher haben aber gerade mal 30 Besucher das Einmann-Werk geschaut. Daran sehe man, dass der Erfolg auch immer vom Film selbst abhänge, erklärt Christian Lempp. „Wenn der passende Film läuft, kommen auch die Zuschauermassen.“ Absoluter Kracher 2013 war „Die Eiskönigin“ von Disney. Nicht zuletzt dadurch sind im Dezember 4246 kleine und große Gäste in die Säle gestürmt.

Dabei versucht das Kinoteam nicht nur auf große Blockbuster zu setzen, sondern auch auf kleine, weniger bekannte Nischenfilme. „Unser Prinzip ist, alle Schichten und Altersgruppen zu erreichen“, sagt Christian Lempp. Ob über Frauenfilme und Action für Männercliquen oder den Kindernachmittag und das Vorabendprogramm für Ältere.

Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke ist davon überzeugt, dass der Erfolg zu einem großen Teil „dem persönlichen Engagement der Betreiber zu verdanken ist“. Das Kino und Christian Lempp seien ein Gewinn für die Stadt. Ein Grund, warum der Kino-Club beim Neujahrsempfang mit der Ehrennadel ausgezeichnet wurde. „Das macht mich schon stolz und zeigt, dass das Kino und der Club eine wichtige Rolle für die Stadt spielen“, sagt Geschäftsführer Lempp. Nicht nur als Kultur-, sondern auch als soziale Einrichtung, ergänzt er. Seine Motivation, in Boizenburg etwas voranzubringen: das Entwicklungspotenzial in der Stadt mit dem Wasser vor der Tür, der Nähe zur Biosphäre und zur Metropole Hamburg. Das habe er von Anfang gesehen.

Dass sich das kleine Kino als Kulturzentrum hält, sei aber vor allem der Stadt zu verdanken. „Ohne sie würde es das Kino nicht geben“, sagt Lempp. 40 000 Euro schießt die Verwaltung als 60-prozentige Teilhaberin jedes Jahr dazu. Und auch, wenn angesichts der guten Zahlen 2013 der Umsatz gestiegen ist – „erst ab 30 000 Besuchern wird das Kino kostendeckend“, sagt Bürgermeister Jäschke. Er hofft deshalb, dass der positive Trend anhält. Aber: „Obwohl ganz gute Filme kommen, wird es schwer, diese Zahlen zu halten“, schätzt Lempp.

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