Bantin : Klares Nein der Vertretung zu Ställen für Legehennen

Kurz vor Sitzungsbeginn der Zarrentiner Stadtvertretung in Testorf.
Kurz vor Sitzungsbeginn der Zarrentiner Stadtvertretung in Testorf.

Zarrentiner und vor allem die Bantiner fühlen sich von den Plänen des Investors überfahren. Der Landkreis prüft das Vorhaben noch.

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17. Juni 2016, 13:40 Uhr

Klarer geht es nicht. Einstimmig hat Zarrentins Stadtvertretung ihr Einvernehmen zu den geplanten Ställen für Legehennen im Ortsteil Bantin verweigert. Dort will ein Investor, der aus Aurich in Ostfriesland kommt, an zwei Standorten Ställe für insgesamt 24 000 Bio-Legehennen errichten. Für die meisten in der Vertretung, aber wohl auch für viele Bürger in Bantin, kam dieses Thema völlig überraschend. Selbst Manfred Nikolait, der Vorsitzende der Ortsteilvertretung, musste als Gast in der Sitzung zugeben, dass man nur wenig wisse und sich noch gar keine Meinung gebildet habe. Die Familie des Investors habe sich seines Wissens Anfang Januar nur mal einigen Bantinern vorgestellt und erklärt, im August anfangen zu wollen. Bürgermeister Klaus Draeger bekannte im Namen aller Stadtvertreter, von dem Thema kaum etwas zu wissen. Und nicht wenige Stadtvertreter erklärten, dass sie sich mehr Informationen aus dem Ortsteil gewünscht hätten.

Formal, darauf wies Dirk Schiewer vom Amt Zarrentin in der Sitzung hin, sei alles richtig gelaufen. Die Flächen seien über eine bisher landwirtschaftlich tätige Familie nachgewiesen, die Anträge seien ordentlich gestellt und auch vom Landkreis und anderen Behörden geprüft worden. Es reiche also nicht, das Einvernehmen zu verweigern, nur weil man sich schlecht oder gar nicht informiert fühle. Den Hinweis nahm die Vertretung auf und moniert nun, dass einer der Ställe aus ihrer Sicht viel zu dicht an der Wohnbebauung stehen soll. Zudem gab es bei den Stadtvertretern Zweifel, dass es bei der Masse an Tieren ohne Geruchsbeeinträchtigungen für die Bantiner gehen werde. Auch Kot von Bio-Hühnern würde schließlich stinken. Somit gab es am Ende ein klares Nein von der Vertretung verbunden mit der Erwartung an den Investor, seine Pläne doch einmal öffentlich vorzustellen. SVZ hätte gern auch den Investor direkt dazu gefragt. Trotz mehrfacher Bemühungen kam gestern jedoch kein Kontakt zustande.

Das Nein der Stadt Zarrentin hat für die Pläne des Biobauern nur bedingt Bedeutung, weil das Genehmigungsverfahren klar in den Händen des Landkreises liegt. Andreas Wißuwa, Leiter des zuständigen Bauordnungsamtes, sagte gestern im Gespräch mit der SVZ zu, dass man den Einwand der Stadt zum Abstand der Ställe zu den Wohnbauten natürlich prüfen werde. Auch für den Landkreis sei das Prüfverfahren auch wegen anderer Fragen noch nicht abgeschlossen.

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