Neuhaus : Klarer Kurs für Tourismus gesucht

Viel Gesprächsbedarf gibt es in Neuhaus beim Thema Tourismus. Vor allem darüber, wie er angekurbelt werden kann.
Viel Gesprächsbedarf gibt es in Neuhaus beim Thema Tourismus. Vor allem darüber, wie er angekurbelt werden kann.

Diskussionen um Tagestouren und Sehenswürdigkeiten im Amt Neuhaus - Bessere Vernetzung der Akteure gewünscht

von
12. Juli 2018, 05:00 Uhr

Er ist für viele der einzige Ausweg aus der finanziellen Misere. Der einzige Wirtschaftszweig, der neben der Landwirtschaft zum Tragen kommen könnte. Und um bei Wolfgang Grewes Motto zu bleiben: Der Tourismus ist möglicherweise der goldene Rettungsanker für die Gemeinde Amt Neuhaus. Der Vorsitzende des Ausschusses für Finanzen, Wirtschaft und Tourismus hatte deshalb viele Akteure aus der Branche zu einem „Runden Tisch“ geladen.

„Wir wollen bei diesem Treffen Informationen und Interessen der einzelnen Anwesenden sammeln“, eröffnete Wolfgang Grewe die Diskussionsrunde. „Die Ratsmitglieder sollten Segel und Kurs setzen“, so sein Motto. Deshalb müssten sie auch Wissen, wohin die Reise führen kann. Er selbst hat dabei offenbar klare Vorstellungen. Zum einen scheint das Heil seiner Meinung nach im Tagestourismus zu liegen, zum anderen müsse, bei all dem Geld was die Gemeinde in den Tourismus steckt, nachweislich mehr bei rauskommen.

Ein kleiner Seitenhieb auf das Haus des Gastes, welches diesen nicht unkommentiert lassen wollte. „Dass hier keine nachweisbaren Einnahmen durch den Tourismus sind, kann ich nicht bestätigen“, so Siegrun Hogelücht. Und auch Jens Kowald, Geschäftsführer der Tourismus-Marketingorganisation Flusslandschaft Elbe, sieht das Ganze etwas differenzierter. „Ich finde grundsätzlich gut, dass man sich zusammensetzt und auch, dass die Politik sich interessiert. Das Thema wird sonst oft stiefmütterlich behandelt, weil die Meinung vorherrscht: Der Tourismus bringt kein Geld ein. Aber er heißt nicht umsonst Wirtschaftszweig. Am meisten profitieren die Einzelhändler. Über die Gewerbesteuer kommt das Geld wieder zurück an die Gemeinde.“

Unterschiedliche Ansichten gab es auch beim Thema Tagestourismus. „ Das kostet viel Geld und Arbeit. Es ist schwierig die Leute herzulocken, aber es ist auch ausbaufähig“, meint Ulf Göldner vom Verein für Wirtschaft und Tourismus. Leichter wäre es, wenn es dafür einen Organisator gäbe, wirft Christian Fabel vom Verein Konau 11 ein. „Er müsste die Leuchttürme der Gemeinde vernetzen, auch wenn einige davon noch nicht brennen.“

So ein Leuchtturm könnte im Zusammenhang mit dem Dachprojekt „Grenzgeschichten“ der Metropolregion Hamburg entstehen. „Wir müssen uns in die Lage der Leute versetzen, die wir herlocken möchten“, so Joachim Müller, Mitverantwortlicher für das Projekt. „Neuhaus ist nicht irgendein Ort an der ehemaligen Grenze, sondern hat eine wechselvolle Geschichte.“ Diese müsse sozusagen herausgekitzelt werden. Denn daran wären die Leute neben der intakten Natur im Biosphärenreservat interessiert. „Das Treffen hat sich durchaus gelohnt“, meint Wolfgang Grewe im Nachgang. „Der Sinn der Veranstaltung war es, Interessierte zusammenzubringen.“ Auf einem Netzwerktreffen im Herbst soll nun noch einmal das Thema Tagestouren auf den Tisch kommen. „Ich hoffe, dass wir dann einen Strick finden, an dem wir gemeinsam ziehen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen