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Filmprojekt : Kinospot über starke Frauen in Boizenburg

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Gleichstellungsbeauftragte lässt Kinospot über sechs beeindruckende weibliche Persönlichkeiten in der Elbestadt drehen

svz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 06:00 Uhr

Manche Themen liegen tatsächlich auf der Straße, aber es muss auch immer jemanden geben, der sie aufhebt. So ein Jemand ist Boizenburgs Gleichstellungsbeauftragte Beate Benz. Sie hatte die Idee, starke Boizenburger Frauen in  einem Kinospot zu porträtieren – eine Idee, auf die tatsächlich bisher noch keine ihrerKolleginnen für ihren jeweiligen Arbeitsbereich gekommen ist – zumindest nicht in MV. „Ich bin bei einem Gespräch mit einer Bekannten auf diesen Gedanken gekommen“, erzählte Beate Benz am Rande des Filmdrehs über Sophie Arendt, die als Dreherin in den Fliesenwerken arbeitet.  Beim „Picknick am Wall“ im September vor einem Jahr erzählte  Beate Benz  den Filmemachern Cenci Göpel und Jens Warnecke aus Bengerstorf davon. „Wir waren gleich Feuer und Flamme“, sagt Cenci Göpel. Gemeinsam wurden in der Folgezeit  Ideen entwickelt. Finanziert wird das Projekt über das Programm „Demokratie leben“ und von der Stadt. Nun werden aktuell sechs bemerkenswerte Boizenburger Frauen filmisch vorgestellt und die Ergebnisse in einem Kinospot zusammen geschnitten, der dann ein Jahr lang  im Kino Boizenburg vor dem jeweiligen Hauptfilm zu sehen sein wird.

„Wir wollen ungewöhnliche  Frauen zeigen, zum Beispiel Frauen in Männerberufen. Aber  wir wollen mit dem Spot auch auf Themen wie Lohnungerechtigkeit  und Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte. Je nach Jahreszeit soll der Spot daher angepasst werden – zum „Equal Pay Day“ beispielsweise darüber informieren, dass Frauen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer verdienen oder  am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen über die aktuellen Zahlen von Gewalttaten oder Bewohnerinnen von Frauenhäusern.

Bisher wurden schon Porträts über  die  Boizenburger Busfahrerin Angela Seyfath und Jenny Ueckert gedreht, die in den Behindertenwerkstätten der Lebenshilfe arbeitet. Weitere Porträts soll es über Annett Eilfeldt, die Chefin des Fitness-Studios am Bahnhof, geben,  über die Rettungssanitäterin Barbara Runde  vom  ASB und über eine Feuerwehrfrau, deren Name noch nicht feststeht.

„Wir müssen uns jetzt beschränken“, erzählt Jens Warnecke. „Wir hatten so viele Ideen, wen wir alles porträtieren könnten, aber irgendwann muss man da aufhören.“

Auf die 28-jährige Sophie Ahrendt wurden sie durch einen Freund aus Bengerstorf aufmerksam gemacht, der in den Fliesenwerken arbeitet.   Sophie Ahrendt ist eigentlich Zerspannungsfacharbeiterin und kann ohne Weiteres eine komplizierte CNC-Fräse bedienen. „Aber ich wollte hier an der Drehmaschine arbeiten“, erklärt sie im Gespräch mit der SVZ. „Bei der CNC-Fräse schreibt man heutzutage ja nur noch das Computerprogramm, den Rest macht die Maschine. Hier mache ich von Anfang bis Ende alles selbst.“ Am Ende halte  sie ein von ihr selbst gefertigtes Produkt in den Händen. „Drehen ist heute eine handwerkliche Kunst, die nicht mehr viele beherrschen.“ Die junge Frau in einem typischen Männerberuf  ist Alleinherrscherin über ihre Werkstatt  und bildet auch Lehrlinge aus. Zu einsam ist ihr das etwas abgelegene Gebäude nicht, sie sei froh, wenn sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren könne, meint sie.

Auch wenn die gebürtige Boizenburgerin, die nach einer Zeit in Hamburg wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt ist, von sich sagt, dass sie nicht gern vor der Kamera steht, so tut sie dies doch nicht zum ersten Mal.   Im Gegenteil, sie ist mit ihrem wandelbaren Gesicht und ihrer starken Persönlichkeit schon einige Male Model für Fotoshootings gewesen. Die Boizenburger dürften sie  durch eine Werbekampagne von Gehrke Optic im letzten Jahr kennen. Filmemacher Cenci Göpel und Jens Warnecke waren jedenfalls mit ihrer Filmheldin sehr zufrieden, so wie mit dem Projekt überhaupt. „Wir sind glücklich, dass wir das drehen dürfen.“

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