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Baumfällarbeiten in Kirch Jesar : Kiefern nach 115 Jahren hiebreif

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

In Kirch Jesar werden ab morgen Nadelbäume werden„geerntet“. Die Straße nach Neu Klüß wird deshalb zeitweise gesperrt.

svz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Ein kurzes Knacken, ein schneller Ruck und schon fällt der Baum. Mit dem sogenannten ‘Harvester’, dem Holzvollernter, geht das ganz schnell. Innerhalb weniger Stunden können die Mitarbeiter des Forstamtes Jasnitz eine Menge Bäume umlegen – eine viel effektivere Variante als noch vor einigen Jahren per Hand und Kettensäge. Den nächsten Einsatzort der Maschine hat Gunnar Horack, Revierförster Kirch Jesar, schon im Blick. Es wird ein Teil des Waldes an der Kita „Waldmäuse“, am Ortsausgang Kirch Jesar in Richtung Neu Klüß, „geerntet“. „Wir haben hier einen hiebreifen Bestand. Die Bäume sind zum Teil 115 Jahre alt“, so Horack.

Dabei gehe es aber nicht um das Alter, sondern um den Durchmesser der Bäume, hier sind es meist Kiefern. „35 Zentimeter sollte der Durchmesser schon sein. Neben den Kiefern haben wir im Unterstand auch kleinere Laubbäume. Die versuchen wir zu schonen, können das aber nicht garantieren. Wenn so eine große Kiefer fällt, ist das schon wie eine Fliegenklatsche.“ Kleinere Eichen oder Buchen haben da kaum eine Chance.

Geschont werden sollen daneben aber auch einige große Kiefern, einen kompletten Kahlschlag möchte der Revierförster nicht. „Einige alte Bäume bleiben als Samenbäume stehen. Die Fläche soll sich wieder natürlich verjüngen, wie wir das nennen. Anpflanzungen sind bei uns kaum nötig.“ Sie wären auch teuer. Bis zu 4000 Euro werden pro Hektar fällig, wenn kleinere Bäume gesetzt werden, das könne aber ebend nicht immer umgangen werden.

Auf den sandigen Böden rund um Kirch Jesar setzt das Forstamt auf Nadelhözer, vorwiegend Kiefern. „Andere Baumarten liefern hier nicht die hohen Erträge. Außerdem ist Nadelholz gerade gefragt in der Industrie. Es ist heute das Bauholz“, erklärt Horack. Die Preise auf dem Markt seien dementsprechend gut, und dem Forstamt gehe es eben auch darum wirtschaftlich ausgewogen zu arbeiten. Der Rohstoff ist dabei das Holz. Und die Flächen, die abgeholzt werden, sind keine mecklenburgischen Urwälder, sondern wurden vor vielen Jahren angelegt, um irgendwann auch „geerntet“ zu werden.

Dennoch gibt es natürlich Naturschutz–Auflagen. Zwei Hektar am Stück darf das Forstamt laut Gesetz abholzen. Ab Dienstag wird so eine Fläche an der Straße zwischen Kirch Jesar und Neu Klüß kahlgeschlagen. Das wird nicht ohne Behinderungen ablaufen. „Drei bis vier Tage wird es stundenweise immer wieder zu Vollsperrungen kommen. Daneben wird der Verkehr über Ampeln oder mit Ordnungspersonal geregelt“, so Horack. Er hoffe, dass Verkehrsteilnehmer Verständnis haben. Die Baumfäll–Aktion sei auch extra in die Ferienzeit gelegt worden.

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