Wirtschaft Hagenow : Kfz-Branche stöhnt unter Regelwut

Gespannte Aufmerksamkeit auf der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Ludwigslust in der Berufsschule Hagenow.  Fotos: Pohle
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Gespannte Aufmerksamkeit auf der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Ludwigslust in der Berufsschule Hagenow. Fotos: Pohle

Neues Jahr bringt schärfere Auflagen im technischen Bereich. Datenschutz wird zur Pflicht. Berufsschulausbildung in Hagenow gesichert

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27. Dezember 2017, 16:42 Uhr

Jahrelang hatten die zur Kfz-Innung gehörenden Firmen vor allem damit zu tun, den Berufsschulstandort Hagenow zu retten. Das ist gelungen, aktuell werden in Hagenow über alle Jahrgänge 156 Kfz-Mechatroniker ausgebildet. Einen beschaulichen Ausblick für das kommende Jahr hat die Branche dennoch nicht. Denn in etlichen Bereichen droht ein ganzer Wust an neuen Vorschriften, Haftungsproblemen, und Pflichtmaßnahmen. Und nicht wenige Unternehmen werden wohl investieren müssen.

Beispielsweise in neue Anlagen zur Scheinwerfereinstellung, Denn, wer mit TÜV und Co. weiter zusammenarbeiten will, der muss Mindeststandards erfüllen. Und die steigen von Jahr zu Jahr. So gibt es beispielsweise für die Flächen, auf denen die Scheinwerfer gemessen werden, ganz strenge Regeln, was die Ebenheit betrifft.

Dipl.-Ing. Norbert Stark, der technische Sachverständige der Landesinnung, hatte bei seinem Vortrag auf der jüngst abgehaltenen Jahresversammlung noch ganz andere unangenehme Themen. Den Datenschutz beispielsweise. Mit der Ernennung eines Beauftragen dafür ist es in jedem Betrieb nicht mehr getan. Die Firmen müssen sich rund um die Uhr um die Sicherheit ihrer Daten und die ihrer Kunden kümmern. Bisher ist das Thema aber unbeliebt. „Den Kopf in den Sand zu stecken bringt hier nichts“, so Stark.

Genauso wenig wie bei den Vorschriften für die Bremsenprüfstände oder beim Dauerthema Abgastest. Partikelmessung lautet hier das Stichwort, mit dem neuen Jahr gelten schärfere Maßstäbe bei den Messungen. Nicht alle Geräte, die derzeit in den Kfz-Betrieben zu finden sind, werden die neuen Hürden nehmen. Zumal angesichts der politischen Diskussionen weitere Verschärfungen erwartet werden.

Zu den Mahnern des Abends gehörte auch Gerhard Klinckmann, der Obermeister der Innung. All diese Themen müssten ernst genommen werden, hier stehe die Innung in einer besonderen Verpflichtung. Schließlich trete man an, um die Maßstäbe im Gewerbe im Sinne der Kunden hochzuhalten.

Denn die Mehrheit der Betriebe im Altkreis Ludwigslust ist eben nicht in der Innung. Klinckmann schätzt den prozentualen Anteil seiner Mitglieder an der Gesamtbranche im Altkreis Ludwigslust auf allenfalls ein Drittel. Dafür seien aber die Mitgliedszahlen über die Jahre stabil geblieben. Die Ludwigsluster sind dennoch eine der stärksten Innungen in Mecklenburg-Vorpommern. Umso wichtiger waren die Erfolge bei der Neuaufstellung des Landesverbandes, die Klinckmann als einer der maßgeblich Beteiligten seinen Mitgliedern meldete. Die Ludwigsluster Innung könne alleine wenig ausrichten, dafür brauche es schon Verbündete.

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