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Adventsausstellung in Picher-Eichenhof : Keramiken von einmaliger Schönheit

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Durch mehr als sechs Wochen Arbeit und eine ganz besondere Brand-Technik schafft Keramikmeister Alexander von Stenglin außergewöhnliche Keramiken. Am kommenden Sonntag lädt er in seine Töpferwerkstatt ein.

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erstellt am 13.Dez.2012 | 10:06 Uhr

Picher-Eichenhof | Wer vielleicht schon einmal Salzglasur-Keramik in den Händen hielt, wird die hautschmeichelnde und apfelsinenhaut-ähnliche Struktur der Oberfläche kennen.

"Der Salzbrand ist eine Sonderform. Wie beim einfachen Brand liegt die Brenntemperatur zwischen 1240 und 1300 Grad. Der Ofen wird dazu etwa 20 Stunden lang mit einer offenen Flamme befeuert. Beim Erreichen der Höchsttemperatur wird reines Kochsalz in die Glut des Brennofens eingebracht. Die Salzkristalle verdampfen zu einem Gas und verbinden sich chemisch mit dem Quarz des Tones zu einem Silikat. Asche und Rauch gehen zusammen durch den Ofen. Hierbei entsteht auf der Oberfläche der Keramiken als einfache Glasur eine Schmelze", hält Alexander von Stenglin einen Kurzvortrag. Der 50-Jährige ist dieser Tage damit beschäftigt, Kannen, Krüge, Leuchter, Schalen und Tassen in einen Brennofen zu schichten. "Das sind 200 Teile, in denen sechs Wochen Arbeit stecken", betont der Töpfermeister. Für ihn sei es immer eine Überraschung, den Ofen zu öffnen. Das soll am kommenden Sonntag um 12 Uhr in der Töpferwerkstatt erfolgen. Durch den Salz- und Ascheanflug sind die Keramiken oft von einmaliger Schönheit und deshalb auch ein wohlverdienter Lohn für die stundenlangen Strapazen vor dem Ofen", sagt Stenglin, der beim Beschicken und Befeuern von seiner Frau Kat unterstützt wird. Auch sie, die Handweberin, ist nämlich überdies Keramikmeisterin. "In den letzten Jahren ist dieser Salzglasurbrand in der Vorweihnachtszeit zu einer schönen Tradition geworden", sagt sie und lädt alle Interessenten zur Adventsausstellung ein. Es sei eine gute Gelegenheit, ganz individuelle Weihnachtsgeschenke zu finden, ist sich Kat von Stenglin sicher. "Denn kein Stück gleicht dem anderen. Das macht den besonderen Reiz dieser Keramik aus."

Auch für ihren Mann steht fest, dass der Inhalt des Ofens ihn und die hoffentlich zahlreichen Zuschauer begeistern werde. "Ich bin mir sicher, dass es ein ganz toller Brand werden wird." Dann zeigt der Pötter auf Keramiken hinter sich, schwärmt von deren verschiedensten Oberflächen und Farben. "So etwas in die Hand zu nehmen, bedeutet, mit all seinen Sinnen Keramik zu erfahren." Apropos erfahren: Zum Aufwärmen und Verweilen gibt es Kaffee, Tee, Glühwein , herzhafte Schmalzbrote und kleine Naschereien. Schmuckdesignerin Simone Mönch und Fotograf Ulf Mönch präsentieren an diesem Tag einen Teil ihrer Arbeiten.

Stenglin: "Und sollten unsere Besucher noch keinen Weihnachtsbaum bekommen haben, ist dies eine gute Gelegenheit auf dem fünf Minuten entfernten Forsthof in Jasnitz einen frisch geschlagenen zu erstehen."

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