Seedorf/Zarrentin : Keine Windräder am Schaalsee

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Bürgerinitiative aus Schleswig-Holstein meldet Erfolge beim Kampf gegen Windanlagen am westlichen Ufer des Schaalsees

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08. Dezember 2016, 08:00 Uhr

Am westlichen Ufer des Schaalsees werden in absehbarer Zeit keine Windkraftanlagen entstehen. Darüber informierte jetzt die Bürgerinitiative „Gegenwind vom Schaalsee“ in einer Mitteilung.

Man nehme mit großer Freude zur Kenntnis, dass im Naturpark Lauenburgische Seen und damit im westlichen Schaalseegebiet in den Gemeinden Seedorf, Gudow, Klein Zecher, Sterley und Hollenbek keine Vorranggebiete für Windkraftanlagen mehr ausgewiesen seien. Die Landesregierung in Kiel hat vor wenigen Tagen die neuen Karten für Windeignungsflächen online gestellt – und sämtliche bisher geplanten Gebiete in der westlichen Schaalsee-Region wieder zurückgenommen. „Gerüchte und Aussagen dazu sind in den vergangenen Wochen und Tagen immer wieder veröffentlicht worden“, so Barbara Kliesch, Vorstand Gegenwind vom Schaalsee. „Wir von Gegenwind vom Schaalsee wollten es erst schwarz auf weiß sehen und abwarten, bis die Information für alle zugänglich ist und dann unsere Mitglieder informieren.“

Diese Entscheidung hat auch spürbare Bedeutung für das angrenzende Zarrentiner Gebiet. Nach den ersten Planungen hätte z. B. eine gut 200 Meter hohe Windkraftanlage nahe Sophiental errichtet werden sollen, und der Ort liegt direkt an der ehemaligen Grenze. In ihrem Kampf gegen die Pläne hatte die Bürgerinitiative auch Kontakte zum mecklenburgischen Biosphärenamt gesucht. Auf Mecklenburger Seite hat es für den Schaalseebereich bisher keine Planungen für Windanlagen gegeben, was auch mit dem strengen Schutzstatus des ganzen Gebietes zu tun hat.

Die endgültige Bestätigung der Entscheidung der Kieler Regierung dürfte aber erst 2018 nach erneuten Prüfungen erfolgen. Aus diesem Grund werde die Bürgerinitiative „Gegenwind vom Schaalsee“ die Situation weiterhin kritisch verfolgen.

Der Naturpark Lauenburgische Seen bleibt damit von Vorranggebieten für Windkraftanlagen verschont. Zusammen mit einer Vielzahl von anderen Ausschlusskriterien, zu deren Nachweis auch die Mitglieder der Bürgerinitiative Gegenwind vom Schaalsee erheblich beigetragen haben, ist damit klar, dass in der westlichen Schaalsee-Region grundsätzlich keine Windkraftanlagen gebaut werden können. „Wir sind sehr erleichtert, dass unser unermüdliches Agieren in den letzten Monaten mit großer Wahrscheinlichkeit auch dazu beigetragen hat, Vorranggebiete für Windkraftanlagen in unserer Region zu verhindern,“ so Barbara Kliesch. Über 180 Mitglieder kämpften seit der Gründung im August 2016 – mit Informationsveranstaltungen, Hintergrundgesprächen mit beteiligten Behörden, Faltblättern, Aufklebern, Plakaten und Protestaktionen. Es wurden mehr als 250 persönliche Briefe an die Staatskanzlei geschrieben, in denen Bürger der Region detailliert darlegten, dass es in der westlichen Schaalsee-Region keine Vorranggebiete für Windkraftanlagen geben darf.

Zusätzlich schickte Gegenwind vom Schaalsee zwei umfangreiche Stellungnahmen über eine Anwaltskanzlei gegen die Ausweisung von Vorranggebiete für Windkraftanlagen an die für die Landesregierung zuständige Landesplanung: die Gemeinden Seedorf und Klein Zecher kamen auf gut 45 Seiten mit Argumenten und Daten, die Gemeinde Gudow mit Kehrsen und Sophiental stellten auf zirka 15 Seiten und vier DVDs ihre Argumente zusammen. Das alles hat wohl auch bewirkt, dass die Ausweisung der Vorranggebiete für Windkraftanlagen im Naturpark Lauenburgische Seen noch einmal bei der Landesplanung überdacht wurde. Die Unterstützung der Bürgermeister und Gemeindevertreter sei sehr unterschiedlich gewesen. „Bei der Suche nach alternativen Energieformen dürfen wir nicht blind unsere Landschaften und deren Biosphäre opfern. Jeder der, wenn auch mit guter Absicht, Kulturlandschaften, Wälder und deren Lebensvielfalt durch den ungezügelten Ausbau der Windkraftanlagen schädigt oder zerstört, handelt verantwortungslos und schadet uns und unseren Nachkommen.“

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