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Amt Neuhaus : „Keine Neupflanzungen an der Elbe“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Während zweiter Frühjahrsdeichschau bezog Wolfram Kallweit vom Landkreis klar Position in Sachen Ausgleichspflanzungen

von
erstellt am 21.Mai.2015 | 12:30 Uhr

„Ausgleichspflanzungen im Elbebereich vorzunehmen, dass tragen wir als Landkreis nicht mit.“ Diese klare Aussage traf Wolfram Kallweit, Fachbereichsleiter Ordnung und Umwelt beim Landkreis Lüneburg und Schauführer während der zweiten Frühjahrsdeichschau, bei der der Abschnitt der Deiche von Darchau bis nach Mahnkenwerder an der mecklenburgischen Grenze in Augenschein genommen wurde.

Schon kurz nach der Begrüßung und dem obligatorischen kleinen „Schluck“ ging es auf dem Deich gleich bei Darchau um das große Thema Gehölzrückschnitt im Elbevorland. Jürgen Sahs vom Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverband (NDUV) wies auf eine Stelle hin, wo Rückschnitt erfolgt war. Aus Sicht des NDUV viel zu wenig. Man ist außerdem nicht damit einverstanden, dass das Kompensationsverhältnis inzwischen so hoch angesetzt wird. Im Verhältnis zum erfolgten Rückschnitt soll 2,17 mal so viel wieder nachgepflanzt werden, und dass nicht nur an den Flüssen im Hinterland, sondern sogar wieder im Elbvorland.

Ginge es nach Johannes Haker aus Preten, der als Deichgeschworener bei jeder Deichschau dabei ist, würde es gar keine Ausgleichspflanzungen geben. „Über Jahrhunderte hat es überhaupt keinen Aufwuchs an der Elbe gegeben. Nun steht er da, auch weil die zuständigen Behörden jahrelang untätig waren, und soll nun so hoch kompensiert werden. Wir bauen hier doch keine Autobahn und versiegeln die Flächen.“ Seine Position, dass Ausgleich nicht an der Elbe erfolgen sollte, hatte der Landkreis auch schon in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses deutlich gemacht. „Das (Neuanpflanzungen an der Elbe) widerspricht aus Sicht des Landkreises allerdings ganz klar dem Interesse, den Hochwasserschutz durch diese Maßnahmen zu verbessern“, wird Stefan Bartscht in einer Presseerklärung des Landkreises über den Umweltausschuss zitiert. Natürlich gibt es für den NDUV nicht nur das Thema Verbuschung.

Der neu gewählte Verbandsvorsteher, Wilhelm Siefert, sprach beim Frühstück im „Gelben Richard“ die verschiedensten Bereiche an, mit denen sich der Verband befassen muss. Da wäre die immer noch ungeklärte Frage, wie es mit dem „Runden Tisch“ weiter geht. Es gibt immer noch keine Entscheidung, ob die Karchau/Rade in Preten ausgedeicht wird oder nicht.

Auch in der Ortslage in Niendorf fehlt noch der neue Deich. Die Schäden an den Deichen, die beim Hochwasser 2013 entstanden sind, werden auch in diesem Jahr noch nicht vollständig beseitigt werden können.

„Zwischen Naturschutz und Hochwasserschutz einen Kompromiss zu finden, ist schwierig. Die Kompromisse können aber auch nur so sein, dass die Sicherheit der Menschen hinter den Deichen gewährleistet ist. Der NDUV wird auf jeden Fall alles für den Hochwasserschutz tun“, so Verbandsvorsteher Wilhelm Siefert.

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