Deichbau an Krainke und Sude : Keine Lösung für Deichschluss

Schilder in Preten: Einwohner ärgern sich über Pläne der Umweltverbände.
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Schilder in Preten: Einwohner ärgern sich über Pläne der Umweltverbände.

Seit sechs Jahren gibt es Streit um die Deiche an Sude und Kraink. Termin für nächsten Schlichtungsversuch noch offen

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16. Mai 2017, 05:00 Uhr

Der 13. Runde Tisch soll es richten. Egal, ob es eine einvernehmliche Lösung gibt oder nicht. Danach möchte der Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverband (NDUV) wissen wie es weitergeht mit dem Deichbau an Krainke und Sude, so die Wunschvorstellung des Vorstehers Wilhelm Siefert und des Geschäftsführers Jürgen Sahs. Allerdings: Schon die zwölfte Sitzung sollte abschließend sein und für das 13. Treffen gibt es noch keinen Termin.

Eigentlich hätte der 13. Runde Tisch schon im März stattfinden sollen, er wurde dann aber auf unbestimmte Zeit verschoben. „Es laufen noch Gespräche im Hintergrund“, erklärt Siefert im SVZ-Gespräch. Dabei gehe es bei den Diskussionen gar nicht darum zu entscheiden, welcher Deich gebaut werden soll, sondern darum alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Im Mittelpunkt steht dabei die Feldlage Karchau/ Rade und die Frage: Soll sie ausgedeicht werden oder nicht? – Ein Kampf zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.

„Auf der einen Seite haben sich der Landkreis, die Biosphärenreservatsverwaltung, der NABU, der BUND und die Stork-Foundation zusammengetan. Sie wollen, dass das Gebiet zwischen den alten Deichen zum Flutungsgebiet und wieder vernässt wird“, so Siefert. Dagegen kämpfen Landwirte und Grundstückseigentümer. Sie möchten die Fläche weiter bewirtschaften und das geht nur wenn sie eingedeicht bleibt. Zwischen den Fronten steht der NDUV und hält es wie die Schweiz: „Wir möchten noch keine Position beziehen“, sagt Siefert.

Damit, dass es einen Streit um die Sude- und Krainkedeiche gibt und sich dieser über Jahre hinweg zieht, hatte der Verband. „Nach dem Hochwasser 2002 war man der Meinung möglichst schnell, möglichst viele Deiche bauen zu müssen“, so Siefert. „Außerdem entsprechen die alten Deiche aus DDR-Zeiten nicht mehr den heutigen Vorschriften.“ Es gebe unter anderem keine Deichverteidigungswege. Deshalb habe der Verband 2009 einen ‘Antrag auf Planfeststellung für den Aus- und Neubau der Hochwasserdeiche an Sude und Krainke’ gestellt. „Wir waren optimistisch und dachten damals das Verfahren ist in einem halben Jahr durch“, erinnert sich Jürgen Sahs. „Jetzt denke ich: In meiner Amtszeit als Geschäftsführer klappt es nicht mehr.“

Und es sieht so aus, als sollte er recht damit haben. Seit 2011 gibt es den Runden Tisch und seitdem hat sich nichts getan. Der Antrag auf Planfeststellung liegt auf Eis. Dass trotzdem schon teilweise neue Deiche an Sude und Krainke gebaut wurden, liegt an einer Sonderregelung. Die nennt sich „vorzeitiger Maßnahmebeginn“. Damit können für den Hochwasserschutz wichtige Baumaßnahmen auch ohne Planfeststellung durchgeführt werden.

Auch wenn es noch Diskussionen um den Krainkedeich in Niendorf gibt, ist der größte Streitpunkt der Lückenschluss zwischen linkem Sude- und rechtem Krainkedeich. Zwei Varianten sind dabei möglich. Bei der langen wird die Feldlage Karchau, wie ursprünglich geplant eingedeicht. Bei der kurzen liegt sie außerhalb der Deiche, so möchten es die Naturschützer. Und die hätten im Moment wohl die Nase vorn, heißt es vom NDUV. Bleibt es dabei müsste erstmal ein Änderungsverfahren beantragt werden. „Wir wären schon gut, wenn wir das noch dieses Jahr schaffen“, so Sahs. Der Deich-Lückenschluss liegt also noch in weiter Ferne.

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