Hyazinthenfest in Boizenburg : Keine Königinnen in der Königstraße

Hyazinthenkönigin Simone I. mit ihren beiden Prinzessinnen Louisa und Emma im letzten Jahr.  Fotos: Tilo Röpcke
Hyazinthenkönigin Simone I. mit ihren beiden Prinzessinnen Louisa und Emma im letzten Jahr. Fotos: Tilo Röpcke

Das Hyazinthenfest fällt in diesem Jahr aus

svz.de von
28. März 2016, 09:00 Uhr

Normalerweise startet der Festreigen in Boizenburg jedes Jahr Ende März mit dem Hyazinthenfest. Bei schönem Wetter lockt das Frühlingsfest, zu dem nicht nur die städtische Hyazinthenkönigin, sondern auch sehenswerte Königinnen aus ganz Deutschland anreisen, tausende Besucher und Einheimische in die Boizenburger Innenstadt.

In diesem Jahr - es wäre die 17. Auflage - fällt das Hyazinthenfest aus.

„Wir können das kräftemäßig und finanziell nicht mehr wuppen“, erklärt Petra Gehrke-Henze vom Handels- und Gewerbeverein (HGV), der das Fest normalerweise organisiert. „Wir sind ja im Organisationsteam außer mir nur noch drei Frauen: Ruth Hasemann, Gabi Kunert und Grit Franke. All die Jahre hat auch Waltraud Wischnewski noch mitgemacht, aber die ist jetzt ausgestiegen.“

Das Problem sei nicht nur die zusätzliche Arbeit, die die Frauen neben der für ihre Läden oder Büros erledigen müssen, sondern auch die Kosten.

„Schon allein die GEMA will für die fünf Stunden des Festes durchschnittlich 1  500 Euro“, so Gehrke-Henze.

„Insgesamt kostet das Fest jährlich zwischen neun- und zehntausend Euro“, sagt Gabi Kunert, die für die Finanzen verantwortlich ist.

„Davon sind immer rund 3    000 Euro als Spenden zusammen gekommen, 900 Euro über Standmieten, 3  500 Euro hat die Stadt in den letzten beiden Jahren gegeben. Den Rest haben wir aus eigener Tasche bezahlt.“

Und dabei seien die vielen Arbeitsstunden der Frauen für die Vorbereitung noch gar nicht mit einberechnet.

„Wir treffen uns ab September des Vorjahres bis zum Fest im März alle 14 Tage zwei bis drei Stunden, zum Schluss wöchentlich“, rechnet Gabi Kunert vor. „Mal abgesehen von den vielen Telefonaten, die wir so zu erledigen haben.“

„Die Stadt hätte auch in diesem Jahr bereit gestanden, um das Hyazinthenfest zu unterstützen“, betont Bürgermeister Harald Jäschke. „Aber die Stadtvertretung hat im letzten Jahr beschlossen, dass die Stadt nicht hauptsächlicher Veranstalter für das Fest wird.“

Die Stadt habe nur wenig Geld für kulturelle Aufgaben zur Verfügung, und da wolle man sich auf das Altstadt- und Schützenfest, das Hafenfest, das Weinfest und den Weihnachtsmarkt konzentrieren.

„Wir unterstützen aber gern jede private Initiative.“

Wer sich beschwere, dass ohne solche Feste der soziale Zusammenhalt in der Stadt leide, der solle sich auch selbst kümmern, findet Jäschke.

Bei der Jahreshauptversammlung des HGV in der nächsten Woche steht zunächst einmal zur Debatte, ob der HGV an sich überhaupt weiter bestehen wird, informierte Petra Gehrke-Henze noch.

Wenn das geklärt ist, wird über die Zukunft des Hyazinthenfestes beraten.

Die Frauen vom Organisationsteam können sich auch vorstellen, das Hyazinthenfest nur alle zwei Jahre zu feiern. „Aber nur mit mehr Helfern“, sind sich Petra Gehrke-Henze und Gabi Kunert einig.

Katja Frick

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