Keine Ganztagsschule „light“

Das Schulgebäude der Oberschule in Neuhaus.
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Das Schulgebäude der Oberschule in Neuhaus.

Schule und Verwaltung sehen keine Möglichkeit, an der Oberschule eine offene Ganztagsschule einzurichten

svz.de von
11. Juli 2014, 13:45 Uhr

Der Landkreis würde es gerne sehen, wenn die Oberschule in Neuhaus Ganztagsschule würde. Im Landkreis ist die überwiegende Zahl der Oberschule inzwischen als Ganztagsschule organisiert. Die Schule selbst und auch die Verwaltung in Neuhaus finden die Idee der Ganztagsschule gut, sehen aber unter den gegebenen Umständen keine Möglichkeit, diese Schulform hier einzuführen. Das ist im Groben der Stand der Dinge nach vielen Gesprächen zwischen Landkreis, Verwaltung und Schule.

Der Begriff Ganztagsschule ist allerdings auch irritierend. Für Neuhaus würde es bedeuten, dass an zwei Nachmittagen in der Woche ein zusätzliches, außerschulisches Angebot unterbreitet wird. Das wäre eine offene Ganztagsschule mit freiwilliger Teilnahme der Schüler. Der nächste Schritt wäre die teilgebundene Ganztagsschule mit zwei verpflichtenden Tagen und einem Tag mit freiwilliger Teilnahme. Die gebundene Ganztagsschule würde an mehr als drei Tagen ein Nachmittagsangebot beinhalten.

Als Schulträger müsste der Landkreis den Antrag auf die Einrichtung einer Ganztagsschule beim Land stellen. „Wir können niemanden zwingen und wenn, wie in Neuhaus, kein klares Interesse besteht, eine Ganztagsschule zu entwickeln, dann stellen wir natürlich keinen Antrag.“, äußerte sich der Erste Kreisrat, Jürgen Krumböhmer, gegenüber SVZ. Seine Idee wäre gewesen, am Standort Angebote zu vernetzen und auf diese Weise auch eine Möglichkeit für die offene Jugendarbeit zu schaffen. Die baulichen und räumlichen Voraussetzungen wären gegeben. Bürgermeisterin Grit Richter kann diese negative Sichtweise nicht verstehen und betont, dass es sicherlich nicht am Willen aller Beteiligten mangele. „Der Prozess ist ja auch noch gar nicht abgeschlossen, im Juli gibt es ein weiteres Gespräch mit dem Landrat.“ Es läge an der Struktur des Amtes. Hier gäbe es einfach zu wenige Personen, die zeitlich in der Lage wären, sich für ein ganzes Schuljahr zu verpflichten. Schulleiterin Bärbel Scheday findet die Idee einer Ganztagsschule gut, weiß aber nicht, wie sie mit nur wenigen zusätzlichen Lehrerstunden, die sich aus der Anzahl der Schüler ergibt, so ein Konzept umsetzen soll. Sie kann die zusätzlichen Lehrerstunden auch „kapitalisieren“ und sich „Personal“ einkaufen. Aber es ginge ja auch um ein qualitativ gutes Angebot, und nicht nur darum, dass Schüler mehr Zeit an der Schule verbrächten. „Für mich ist das keine Ganztagsschule“, meint dazu Eva Stoll, die bisherige Elternvertreterin. Von Seiten der Elternschaft sei ein Interesse daran nie an sie herangetragen worden. Eine Ganztagsschule müsse verlässlich jeden Tag bis in die Nachmittagsstunden statt finden. Die Schule habe ja schon mit dem „normalen“ Unterrichtsausfall enorme Probleme.

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