SVZ hilft : „Kein Internet ist ’ne Katastrophe“

Wolfgang Kniep, Marko Prill und Jörg Richter sind nur noch genervt von der Telekom. Über eine Woche lang waren sie vom Internet abgehängt, blieb der Laptop duster..  Fotos: Thorsten Meier/Marko Prill
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Wolfgang Kniep, Marko Prill und Jörg Richter sind nur noch genervt von der Telekom. Über eine Woche lang waren sie vom Internet abgehängt, blieb der Laptop duster.. Fotos: Thorsten Meier/Marko Prill

Zehn Haushalte in Leisterförde waren über eine Woche abgehängt. Telekom vertröstet Anrufer

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14. Januar 2018, 21:00 Uhr

Ohne Web und E-Mail geht es heutzutage im modernen Zeitalter der digitalen Technik nicht: Für viele Verbraucher ist das Internet längst fester wie unverzichtbarer Bestandteil ihres täglichen Lebens. Besonders, wenn sie auf dem Lande zu Hause sind. Fern vom nächsten Brot, dem Arzt oder  wichtigen Informationen.

„In der Nacht vom 6. auf den 7. Januar brach die Leitung zusammen. Nichts ging mehr“, erinnert sich Wolfgang Kniep. Der 67-Jährige hatte gerade seine E-Mails aufgerufen. „Es ist  sehr abenteuerlich,  die Störungsstelle der Telekom anzurufen. Das kann schon mal eine halbe Stunde und länger dauern bis man dann mit  einer Maschine spricht. Anschließend wird man am Telefon von Mitarbeiter zu Mitarbeiter durchgereicht und muss jedem den gleichen Krempel erzählen. Später bekommt man eine SMS, wann ein Monteur käme. Man könne aber auch im Internet nachschauen, das ist besonders lustig und frustrierend, denn das ist ja weg“, versucht sich der gebürtige Leisterförder in schwarzem Humor. Schließlich sei dann doch Tage später ein Monteur erschienen, um festzustellen, dass der Verteilerkasten kaputt sei, und eine   andere Firma dafür zuständig wäre. „Diese Information war dem Unternehmen hinreichend bekannt, denn zehn Haushalte aus Leisterförde  hatten sich bereits verzweifelt  an den Versorger gewandt“, berichtet Kniep und vermutet: „Das größte Telekommunikationsunternehmen im Land hat offensichtlich intern Verständigungsprobleme.“ Auch sei das Polizeirevier in Boizenburg über den Vandalismus am Verteiler informiert worden. Dort werde nun ermittelt, um den oder die Täter zu erwischen.

„Kein Internet ist ’ne Katastrophe“, schätzt auch Jörg Richter ein. „Wir hier auf dem platten Land sind dringend darauf angewiesen. Sonst  sind wir von der Außenwelt abgeschnitten ohne dass es geschneit hat“, betont der 45-Jährige, der fast alles über das weltweite Datennetz erledige, vom Einkauf, Kontaktepflege bis zur Informationssuche.

„Internet gehört doch mittlerweile zum Alltag dazu, ist Lebensgrundlage. So zumindest hat es doch bereits 2013 der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil festgelegt“, sagt Marko Prill, der seit zehn Jahren in Leist-erförde lebt. Der 50-Jährige will und kann nicht auf den digitalen Kontakt nach Draußen verzichten. „Ohne fühle ich mich völlig abgehängt. Ich bin aus medizinischer Sicht  dringend darauf angewiesen.“

Da sich die Telekom in der vergangenen Woche recht behäbig in der Bewältigung des Problems  zeigte, wandten sich die  Leisterförder  schließlich hilfesuchend an die Schweriner Volkszeitung.

Ursache für die Störung sei  ein defekter Verteiler. Dieser werde  durch den technischen Service instand gesetzt. „Wir können uns bei den betroffenen Kunden nur entschuldigen und noch um etwas Geduld bitten“, schreibt uns auf Nachfrage Susanne Bruns von der Deutschen Telekom AG Group Services aus  Frankfurt. Es müsse  zusätzlich zum Verteiler ein beschädigtes Erdkabel repariert werden, wird der Redaktion einige Stunde später mitgeteilt. Die Instandsetzung werde  voraussichtlich bis Freitag  (12. Januar)dauern.

„Tatsächlich  ins Internet kam ich aber erst vor einer knappen Stunde“, berichtet Wolfgang Kniep am Sonnabend Nachmittag. Jörg Richter hatte da immer noch keine Verbindung. Sein Bildschirm blieb dunkel.

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