Wahlen : Kaum Spannung vor der Neuwahl des Vize-Landrates

Sind seit Jahren ein eingeschworenes Team, Landrat Rolf Christiansen (li.) und sein 1. Stellvertreter Wolfgang Schmülling.
Sind seit Jahren ein eingeschworenes Team, Landrat Rolf Christiansen (li.) und sein 1. Stellvertreter Wolfgang Schmülling.

Beigeordneter Wolfgang Schmülling geht trotz der sieben Mitbewerber am Donnerstag als klarer Favorit in das Rennen

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03. November 2015, 11:34 Uhr

Es wird der Tagesordnungspunkt 8 sein, bei dem am Donnerstag im Kreistag der 1. Beigeordnete des Landrates neu gewählt wird. Diese Wahl des zweitwichtigsten Postens in der Verwaltung des Großkreises ist alles andere als eine Formalie, weil sich aufgrund der Stimmenlage zumindest die wichtigsten Fraktionen auf einen Kandidaten einigen müssen.

Vor allem für die SPD-Fraktion, mit 20 Mitgliedern nach der CDU (25) die zweitstärkste Gruppierung im Kreistag, ist die Wahl die Nagelprobe, ob sie ihren Kandidaten Wolfgang Schmülling möglichst im ersten Wahlgang durchbringt. In einer Pressemitteilung legte sich die SPD gestern schon einmal ins Zeug. „Wolfgang Schmülling ist ein zuverlässiger und kompetenter Partner sowie bewährter stellv. Landrat, der sich durch lösungsorientiertes Handeln auszeichnet. Er ist ein Fachmann für die Bereiche Finanzen, Soziales und Jugend sowie für den Bereich Arbeitsmarkt. Als erster Vertreter des Landrates genießt er auf Landesebene sowie in Vereinen und Verbänden eine hohe Anerkennung. Den Kommunen in unserem Landkreis ist er immer ein guter Ansprechpartner“, lobte die Fraktionsvorsitzende Margret Seemann. Dabei gibt es mit dem Personalchef des Landkreises Marko Rosin noch mindestens einen zweiten relativ prominenten SPD-Kandidaten. Doch dem sehr ruhig wirkenden Rosin werden bei der Wahl nur Außenseiterchancen eingeräumt.

Entscheidend wird sein, wie sich die CDU-Abgeordneten verhalten. „Wir haben die Abstimmung auch intern freigegeben“, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Waldmüller dazu gestern gegenüber SVZ. Aber natürlich habe es in der Diskussion auch eine klare Präferenz für Wolfgang Schmülling gegeben.

Dass die CDU damit keine Revolution am Donnerstag anzetteln will, liegt vor allem am Ergebnis einer vorhergehenden Wahl. Im Juni war der bekennende CDU-Mann Günter Matschoß zwar nach Querelen dann aber doch im ersten Wahlgang als zweiter Stellvertreter des Landrates gewählt worden. Matschoß hatte im ersten Wahlgang 64 Ja-Stimmen bei sieben Nein-Stimmen bekommen. Er hatte bei der Wahl im Kreistag dann keinen Gegenkandidaten. Ungehalten war die CDU damals nur, weil die Linken entgegen der Absprachen eine geheime Wahl beantragt hatten. Bereits im Landkreis Parchim war er als Beigeordneter und Stellvertreter des Landrates tätig.

„Wir schreiben unsere Abgeordneten definitiv nicht vor, wen sie zu wählen haben“, erklärte Wolfgang Bohnstedt, der Fraktionsvorsitzende der Linken im Kreistag, gestern zu dem Thema. Natürlich hab es zuvor eine interne Diskussion gegeben. „Wir haben natürlich unsere Meinung und die ist klar für Wolfgang Schmülling“, nahm Bohnstedt die Spannung fast raus. Dabei hätten die Linken als einzige große Fraktion schon das moralische Recht, einen eigenen Kandidaten aufs Trapez zu hieven. Denn die Beigeordneten und damit die Stellvertreter des Landrates sollen schon so etwas wie die politische Machtbalance im Kreistag abbilden. Und da sind die Linken mit 14 Kreistagsmitgliedern klar die dritte Kraft. Doch offenbar war kein Kandidat zur Hand, außerdem hat es der bisherige Amtsinhaber Schmülling es geschafft, mit unaufgeregt guter Arbeit in den Fraktionen zu überzeugen.

Der 60jährige Wolfgang Schmülling ist seit 2011 Beigeordneter und 1. Stellv. Landrat im Landkreis Ludwigslust-Parchim und war zuvor bereits seit 2009 Beigeordneter und 1. Stellv. Landrat im ehem. Landkreis Ludwigslust. Darüber hinaus war er als 2. Beigeordneter des Landrates in Uecker-Randow in den Jahren 1991 – 2002 sowie als 2. Stellvertretender Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin in der Zeit von 2002 – 2007 tätig. In den Jahren 2007 – 2009 war Schmülling Staatssekretär im Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

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