Arbeit und Mobilität : Kaum einer arbeitet vor der Haustür

Wer arbeitet, der muss in den meisten Fällen mobil sein, das zeigen die aktuell erhobenen Pendlerdaten vieler Städte im Landkreis

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05. April 2017, 05:00 Uhr

Pendeln, das ist kein Phänomen, das nur mit der Nähe zu Niedersachsen, Hamburg oder Schleswig-Holstein zu tun hat. Gependelt wird täglich auch wie wild innerhalb des Landkreises. Dafür gibt es nach einer Sonderuntersuchung der Bundesagentur für Arbeit erstmals auch einen statistischen Beweis. Die wurde exklusiv für die Schweriner Volkszeitung erhoben. Ergebnis: Nur eine Minderheit hat das Privileg, Arbeits- und Wohnort in der eigenen Gemeinde zu haben. Die Masse der abhängig beschäftigten Bevölkerung muss fahren. Und macht  das meist mit dem eigenen Auto.

 

Nach dem Vorbild der großen Pendleruntersuchung für ganz Westmecklenburg sind in der Studie Meldedaten verglichen worden. Wer wohnt in welcher Gemeinde und wer arbeitet wo? Und wohin fahren die meisten Pendler innerhalb des Kreises? Betrachtet wurden im konkreten Fall die meisten Städte im Landkreis.

Fazit: Die prozentual meisten Einpendler hat Wittenburg mit 71,6 Prozent zu bieten, gefolgt von Hagenow, Ludwigslust und Zarrentin. Bei den Auspendlern liegt Zarrentin mit 79,5 Prozent vor Grabow und Dömitz. Noch interessanter wird es, wenn man die  Ein- und Auspendler in den einzelnen Städten vergleicht. Bei den Einpendlern gibt es zum Teil deutliche Überschüsse in Ludwigslust, Hagenow, Parchim und Wittenburg. Das spricht vor allem für die überragende Bedeutung, die diese regionalen Zentren für den Arbeitsmarkt in ihrer kleineren Region haben.  Einen Überschuss bei Auspendlern liegt in Boizenburg, Neustadt-Glewe, Grabow, Zarrentin, Lübz. Lübtheen und Dömitz vor.  Das hat natürlich auch mit dem Angebot an Arbeitsplätzen vor Ort zu tun. Doch mindestens genauso wichtig ist  die geografische Lage. Boizenburg hat die Arbeitsräume von Lauenburg, Geesthacht oder Lüneburg praktisch vor  der Tür. Dömitz lebt stark von der Nähe zu Lüchow-Dannenberg und Zarrentin eben   von der Nähe zum Hamburg, Ratzeburg oder Mölln.

Ein Sonderfall ist die Kreisstadt Parchim, die schon aufgrund ihrer Größe im östlichen Teil des Landkreises eine große Bedeutung als Arbeitsort hat. Weiter westlich sieht es anders aus, hier gibt es mehr städtische Zentren, die in Sachen Arbeitsplätze ihr Eigengewicht haben, siehe Hagenow. Diese Studie wirft nur ein Schlaglicht auf die tatsächlichen Pendelbewegungen. Wer in einer kleien Gemeinde wohnt und anderswo arbeitet, ist hier nicht erfasst. Dennoch ist die Studie  wichtig, z.B.  für die Busbetriebe VLP. Dieser Kreisbetrieb will noch in diesem Jahr möglichst flächendeckend einen Busbetrieb aufziehen. Mit dabei ist auch die Idee eines Jobtickets für die Pendler in der Region.

 
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