Lübtheen : Kampf um Radweg wird zur Tretmühle

Langer Atem nötig: Die IG „Pro Radweg“ ist noch immer nicht am Ziel.
Langer Atem nötig: Die IG „Pro Radweg“ ist noch immer nicht am Ziel.

Fünf Jahre „Abstrampeln“ für den Lückenschluss zwischen Jessenitz und Dömitz.

von
20. September 2017, 21:00 Uhr

„Wir bleiben am Ball, definitiv“, sagt Heiko Bäuch, Mitbegründer der Interessengemeinschaft Pro Radweg. Und das müssen sie auch, wenn der Wunsch nach dem Fahrradweg zwischen Jessenitz und Dömitz in Erfüllung gehen soll. Denn bisher ist entlang der Strecke, an den Straßen L 06 und L 04, noch nichts passiert – zum Ärger der Einwohner. Um sie auf dem laufenden zu halten, hatte Bäuch zuletzt Informationsveranstaltungen in Jessenitz und Woosmer organisiert. Mit dabei waren die Bürgermeisterinnen Ute Lindenau (Lübtheen) und Christel Drewes (Vielank).

„Danke, dass sie uns seit fünf Jahren treu geblieben sind“, begrüßte Bäuch die Gäste in Jessenitz. Damals, im Jahr 2012, gründete sich die Interessengemeinschaft, nachdem bekannt wurde, dass das Land den Radweg nur bis Jessenitz bauen möchte. Und seitdem wird um den Lückenschluss im Radwegenetz gekämpft. „Wir sind dabei ein gutes Stück voran gekommen“, meint Bäuch, allerdings „die Mühlen mahlen langsamer, als mancher denkt.“

In diesem Sinne ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass bisher noch nicht gebaut wurde, obwohl der damalige Ministerpräsident Erwin Selering 2014 die Zusage gegeben habe, der Radweg komme bis 2016. Ein Jahr später kann Bäuch den Gästen der Informationsveranstaltung zumindest sagen: Die Planungsunterlagen sind da, Geld ist im Haushalt des Landes eingestellt und es gibt die Aussage, der Radweg kommt. Nur ein Datum kann er nicht verkünden. „Die Verantwortlichen halten sich mit genauen Terminen bedeckt.“ Eigentlich sollte nun dieses Jahr der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt folgen, aber daran glaube er nicht mehr.

Auch Lübtheens Bürgermeisterin, Ute Lindenau, bezweifelt, dass es im Herbst losgeht. „Wenn die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt sind, wird nicht gebaut“ – und deshalb verzögere sich das Vorhaben noch. Vor allem beim ersten Bauabschnitt von Volzrade nach Vielank gebe es momentan noch viele Verhandlungen mit Grundstückseigentümern. Das Problem dabei: Für den Preis, den das Land bereit sei zu zahlen, verkaufe niemand. Die Gemeinden böten deshalb schon Tauschflächen an, allerdings lägen die Verhandlungen nicht in ihren Händen und seien Sache des Landes. Deshalb halten Bäuch und Lindenau es für wahrscheinlich, dass zuerst der zweite Abschnitt, von Jessenitz nach Volzrade, gebaut wird. Aber auch da seien noch nicht alle Grundstücksfragen geklärt.

Eine schlechte Nachricht hatte Bäuch für den Weiterbau des Radweges von Vielank nach Dömitz. Für diese Strecke gebe es noch keine Bauplanungen. „Der Landkreis hat verschlafen, den Abschnitt auf die Prioritätenliste zu setzen. Er hat aber versprochen es nachzuholen.“ Und so bleibt es wohl dabei: Für den Lückenschluss muss noch weiter gekämpft werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen