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Hagenower Kreisblatt

22. November 2017 | 10:33 Uhr

Hagenow : Kampf um Berufliche Schule geht weiter

vom

"Wir haben hier weiterhin eine Großbaustelle und auf Grund der demografischen Entwicklung verschärft sich der Kampf um die Berufsschulen ständig", hatte Kfz-Innungsobermeister Klinckmann die Marschrichtung vorgegeben.

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erstellt am 11.Apr.2012 | 09:51 Uhr

Hagenow | "Wir haben hier weiterhin eine Großbaustelle und auf Grund der demografischen Entwicklung verschärft sich der Kampf um die Berufsschulen ständig", hatte Kfz-Innungsobermeister Gerhard Klinckmann auf der jüngsten Sitzung die Marschrichtung vorgegeben. In der Tat ist es vor allem dem Kampf der vielen Kfz-Betrieben zu danken, dass es die Schule in Hagenow überhaupt noch gibt. Immerhin schicken die Betriebe der Innung Jahr für Jahr um die 40 Auszubildende auf die Schule, aktuell sind es 39. Damit ist die Zweizügigkeit gewährleistet, ein wichtiges Argument für die Schule. Doch ein Selbstläufer ist die duale Ausbildung mit ihren dreieinhalb Jahren auch bei den Kfz-Betrieben nicht mehr. Zwar ist der Kfz-Schlosser oder besser Mecha troniker immer noch der Traumberuf für die Jungen. Doch was die heutigen Absolventen an Leistungsfähigkeiten und vor allem an Kenntnissen zum Berufsstart mitbringen, ist offenkundig ein Trauerspiel, verglichen mit früheren Jahrgängen. Klinckmann: "Die Notendurchschnitte der Ausbildungsplatzbewerber sind so schlecht, dass wir trotz großer Bewerberzahlen kaum noch geeignete Azubis finden". Nächste Baustelle: Offenkundig fehlt auch bei den Berufsschullehrern der nötige Nachwuchs. Auch hier will die Innung ob ihrer eigenen Interessen nicht tatenlos zusehen. "Wir müssen uns dieser Situation anpassen und das dicke Brett bohren und über einen längeren Zeitraum um Verbesserungen im gesamten Bildungswesen kämpfen. Im Notfall muss man darüber nachdenken, ob nicht erfahrene Kfz-Meister als Quereinsteiger in der Berufsschule tätig werden oder ob bei der nicht auszuschließenden Abschaffung der staatlichen Berufsschule eine private Schule etabliert werden kann. Als größte Innung der Handwerkskammer Schwerin werden wir uns die Butter nicht vom Brot nehmen lassen."

Diese kämpferische Haltung kommt nicht von ungefähr, hat sich doch die Innung seit Jahren um den Erhalt aber auch um die Ausstattung der Hagenower Schule mit gekümmert.

In dem Landkreis als Träger aber auch in der noch relativ neuen Schulleiterin für die gesamte Berufliche Schule des Landkreises, Brigitte Schriefer, haben die Kfz-Betriebe zuverlässige Partner. Denn niemand will eine möglichst heimatnahe Berufsausbildung aufgeben. Zu den Säulen der eigenständigen beruflichen Ausbildung in Hagenow gehören neben den Mechatronikern die Metallbauer sowie die Tischler- und Holzmechaniker. Gerade für die Tischler hat der Landkreis an der Schule in den vergangenen Monaten erheblich investiert, um die Ausbildungsbedingungen zu verbessern. Doch letztendlich hängt der Erhalt des Hagenower Standortes von der konkreten Nachfrage und den Klassenstärken ab. Und da kann die Schule jede Unterstützung von der regionalen Wirtschaft gebrauchen. Umgekehrt gilt das aber auch, auch die Kfz-Betriebe haben in Sachen Lehrlingsauswahl ihre goldenen Zeiten hinter sich. Die Erfahrungen sind dabei eindeutig: Unter den Lehrlingen, die ihre komplette Ausbildung in der Region absolviert haben, ist die Zahl derjenigen, die in der Heimat bleiben außergewöhnlich hoch.

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