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Hagenower Kreisblatt

18. Oktober 2017 | 15:17 Uhr

Karft : Kampf gegen das Feuer verloren

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Ferienhaus in Karft brennt bis auf die Grundmauern nieder. 100 Kameraden aus zwölf Feuerwehren im Einsatz

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2017 | 16:30 Uhr

Es war einer der spektakulärsten Einsätze, den die Feuerwehr in diesem Jahr zu meistern hatte. Ein ungleicher Kampf gegen ein Feuer, das man auch trotz größten technischen Einsatzes und mit erheblichem Aufgebot an Personal nicht bezwingen konnte. Am Mittwoch war am frühen Abend in Karft in der Gemeinde Wittendörp ein Ferienhaus in Brand geraten (wir berichteten). Noch am Donnerstagmittag waren die Kameraden der Feuerwehr aus Karft, Wittenburg, Zarrentin, Lehsen und Hagenow unterwegs, um Brandwache zu halten und das Gelände zu sichern. „Bis morgens um 2 Uhr mussten wir gegen die Flammen kämpfen. Aber das Haus mit dem Reetdach war nicht zu retten“, sagt Ortswehrführer Uwe Meyer.

Neben ihm, ebenfalls bis nachts und auch früh morgens wieder am Unglücksort: Bürgermeister Bernd Ankele. Der Mann ist sichtlich mitgenommen. „Ich war hier schon zu zwei Einweihungen, denn 2004 war das traumhafte Ferienhaus nach einem Blitzschlag schon einmal abgebrannt. Und ich weiß, wie viel Liebe die Besitzer in ihr Haus gesteckt haben. Dann stehst du daneben und siehst wie sich das Feuer alles holt. Da kommen einem die Tränen“, so Ankele.

Bürgermeister Bernd Ankele bestellte einen Bagger zur Hilfe.
Bürgermeister Bernd Ankele bestellte einen Bagger zur Hilfe. Foto: maks
 

Diesmal war es kein Blitzschlag, sondern ein möglicher technischer Defekt an einem Kühlschrank, der in der Küche des Hauses Feuer fing. Als die Brandmelder auslösten, konnte sich das ältere Pärchen (67 und 77 Jahre), das das Ferienhaus besaß, noch ins benachbarte Wohnhaus retten. Dann begann der Kampf der Feuerwehr mit den Flammen. „Es war unglaublich. Wir haben hier auf eine Stelle kubikmeterweise Wasser aufgebracht. Das Wasser begann quasi zu kochen und dann brannte es weiter“, so Uwe Meyer.

Bernd Ankele hatte dann noch eine gute Idee am späten Abend. Er befragte ein benachbartes Unternehmen, ob man nicht mit einem Bagger etwas vom Dach abtragen könne, damit es nicht ständig wieder anfängt zu brennen. Gesagt, getan. Als das Dach herunter war, hatten die Kameraden endlich die Chance, die Flammen zu bändigen.

Dem Haus hingegen war nicht mehr zu helfen. Ein Gutachter der Versicherung schätzte den Schaden gestern weit höher als die ursprünglich angegebenen 350 000 Euro. Was jedoch mindestens genauso schwer wiege, sei der ideelle Verlust - und das eben zum zweiten Mal, so Bürgermeister Ankele. Und ob das ältere Pärchen noch einmal die Kraft habe alles wieder aufzubauen, sei eher unwahrscheinlich.

Kommentar von Mario Kuska: Danke, dass ihr da seid!
Stundenlanger Kampf gegen das Feuer. Durchgeschwitzt, im Rauch, entkräftet, müde. Bei der Feuerwehr zu arbeiten, kann hart sein. Doch seinen Dienst bei der Feuerwehr freiwillig zu machen - das ist gar nicht hoch genug anzurechnen! Bis gestern Mittag waren die Kameraden in Karft, um noch Brandwache zu halten. Mit kleinen Augen und gesenkten Häuptern. Aber sie sind da. Sie sind da für uns alle. Für unsere Sicherheit - in ihrer Freizeit! Ja, natürlich darf man beim Einsatz im Job die Fehlstunden quittieren lassen. Aber bei welchem Hobby muss man noch so viel Einsatz zeigen? Beim Kicken auf der grünen Wiese sicher nicht. Danke, dass ihr für uns da seid!
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