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Bibbern bei 18 Grad : Kalte Füße in der Traumwohnung

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Keine Kellerdämmung in Heinrich-Mann-Straße: Mieterin friert bei 18 Grad

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2014 | 17:22 Uhr

Diese Wohnung hatte Sigrid Geppert auf Anhieb gefallen. Zentral gelegen, ganz in der Nähe der Familie ihrer Tochter. Mit einem schönen großen Balkon und Blick ins Grüne. Im Sommer vor zwei Jahren zog die 51-Jährige hier ein. Die gebürtige Hagenowerin kam aus Stade zurück in ihre Heimatstadt. Die Drei-Zimmer-Wohnung im Parterre hatte sie renovieren lassen und komplett neu eingerichtet. Doch nur ein paar Monate später war es mit der Freude über das neue Heim vorbei. „Die Kälte macht mir zu schaffen“, sagt sie. „Wenn ich gewusst hätte, dass es hier im Winter nicht warm wird, wäre ich nicht eingezogen.“ Erst später erfährt sie von den Nachbarn, dass alle Mieter in den Parterre-Wohnungen des Blocks unter der Kälte leiden. „Es gab deshalb sogar schon eine Unterschriftensammlung, die dem Vermieter überreicht wurde“, erzählt sie. „Die hat aber nichts gebracht.“ Sigrid Geppert versucht es selbst noch einmal, bittet den Vermieter - die Neue Lübecker Norddeutsche Baugenossenschaft - die Missstände abzustellen. „Es wäre uns allen viel geholfen, wenn die Kellerdecke isoliert wird“, sagt sie. Im Herbst wird es der 51-Jährigen so kalt, dass sie erneut beim Vermieter anruft und nun auch einen Anwalt einschaltet. Der Vermieter, schickt den technischen Gebietsbetreuer in die Heinrich-Mann-Straße. Der beauftragt einen Heizungsbauer mit der Überprüfung der Heizungsanlage. Die, so ein Gutachter, arbeite einwandfrei. Trotzdem wird es an normalen Wintertagen wie diesen im Wohnzimmer gerade mal 18 Grad warm. „Diese Temperaturen sind nicht zumutbar“, schreibt der Anwalt. Trotz voll aufgedrehter Heizungen erreicht die Raumtemperatur nicht den erforderlich DIN-Wert von 20 Grad. Über dem Fußboden misst Sigrid Geppert mit einem Infrarot-Messgerät nur 14 Grad. Sie leidet an Diabetes und Rheuma, ist schwerbehindert. Genau aus diesem Grund habe sie sich die Wohnung im untersten Stock ausgesucht.

Bei der Neuen Lübecker kennt man den Fall in der Heinrich-Mann-Straße gut. „Das ist inzwischen eine dicke Akte“, sagt Axel-Sebastian Junker, Servicecenter-Leiter für den Raum Schwerin. Mietminderung, so Junker, könnten Mieter aber nur bei Mängeln beantragen. „Da die Heizung einwandfrei funktioniert und die Raumtemperatur bisher nicht auffällig war, sehen wir hier keinen Mangel.“

Junker will jetzt einen neuen Termin vereinbaren. „Bestätigt sich bei den Messungen die niedrige Temperatur, werden wir was ändern müssen“, sagte er gestern. Sollten jedoch nachträglich die Keller im gesamten Block auf Wunsch der Mieter gedämmt werden, müsse die Investition auf die Miete umgelegt werden.

Wegen der Kälte hat Sigrid Geppert jetzt Teppichboden gekauft und ihn auf das Laminat verlegen lassen. „Damit die Enkelkinder nicht auf dem kalten Boden spielen müssen.“ Geändert hat sich seitdem nichts: Das Thermometer zeigt weiter 14 Grad. kahe

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