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Wittenburg : Kalte Füße für ein Zukunftsprojekt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Wirtschaftsfachleute beeindruckt von den Ausbaupläne der Van-der-Valck-Gruppe für Wittenburger Alpincenter

svz.de von
erstellt am 18.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Kurz, knackig und voller Hintergründe - so lieben es Wirtschaftsfachleute, informiert zu werden. Volker Wünsche, der die Geschäfte im Wittenburger Alpincenter führt, tat den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses genau diesen Gefallen und legte die Karten für die weitere Entwicklung des Geländes rund um die Skihalle offen. „Unsere Gruppe hatte vor Jahren im Ruhrgebiet eine alte Skihalle bei Neuss übernommen. Die Halle hatte ihre Mängel, aber das Umfeld war sehr gut. Hier in Wittenburg ist es andersherum. Da muss man den Hut davor ziehen, was der Investor Gerd Hanel geschaffen hat, Hier ist die Halle super, aber es gibt keinen oder nur einen sehr kleinen Markt.“ Wünsche räumte beim Rundgang aber auch im anschließenden Vortrag ein, dass die 13-monatige Schließung der Halle wegen der Statikprobleme durch den Eisboden dem Projekt fast das Genick gebrochen hätte. „Wir mussten danach von vorne anfangen.“

Und auch jetzt sei es so, dass man mit der Skihalle allein nur wenige Monate im Jahr Geld verdienen könne. Reich werde man aber damit nicht. Aktuell läuft es im Alpincenter und vor allem im dazugehörigen Hotel gut, was aber fast ausschließlich an dänischen Gästen liegt. In Dänemark sind derzeit Schulferien.

Doch die Abhängigkeit vom Betrieb in der Skihalle allein soll sich ja ändern. Und immer wieder wird da das Beispiel Linstow erwähnt. Was dort erfolgreich gelaufen ist, nämlich ein Produkt zu entwickeln, das von Tausenden Gäste angenommen wird, das soll in Wittenburg mit dem „Village-Konzept“ eigentlich wiederholt werden. Als Lockmittel soll da das Factory-Outlet-Zentrum fungieren, während gegenüber der jetzigen Skihalle das Feriendorf mit der Schwimmhalle entstehen soll. Die Nachfrage, vor allem nach der Halle, seien jetzt schon groß. Prompt kam die Nachfrage nach den Zeitplänen. Auch da wurde Wünsche zum ersten Mal ein wenig konkreter. Er hielt eine Teil-eröffnung bis zum Jahr 2019 für realistisch. Sein Optimismus hat einen Hintergrund. Heute soll mit einer großen Veranstaltung der offizielle Planungsauftakt für das Outletzentrum vollzogen werden. Damit ist dann die Zeit der Ankündigungen vorbei. Und die Zeichen, auch das wurde in der Diskussion an dem Abend deutlich, stehen gut. So wird das Outlet-Center auch im Schweriner Raum längst nicht mehr so kritisch gesehen wie noch vor wenigen Jahren.

Der Wirtschaftsausschuss des Kreistages stellte sich nach den Worten seines Vorsitzenden Christian Geier von der CDU-Fraktion generell hinter die Ausbaupläne in Wittenburg. Man werde die Vorhaben, so sie denn konkret würden, sicher wohlwollend begleiten, kündigte er an. Der Ausbau in Wittenburg wäre ein Fortschritt für die ganze Region und nicht nur ein Magnet für die Bürger. Er selber habe die Entwicklung in Linstow aus direkter Nähe erlebt. Damals habe sich auch niemand vorstellen können, dass aus diesem Standort an der Autobahn mal etwas werden würde. Inzwischen sprächen der Ausbaufortschritt und die Auslastungszahlen für sich. Eine ähnliche Entwicklung für Wittenburg-Village sei nur wünschenswert, werde aber sicher noch einige Jahre dauern.

Noch am Abend wurde beschlossen, dass es in absehbarer Zeit eine weitere Sitzung des Ausschusses in Wittenburg geben soll.

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