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Die Beliebten Fragen zum Wochenende : Käse, Fisch und Campari

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Ehemaliger Pastor sagt Tschüss und plaudert zum Abschied nochmal aus dem Nähkästchen

von
erstellt am 30.Jul.2016 | 12:00 Uhr

Eigentlich sollte Tripkau nur eine Zwischenstation sein. Doch es kam anders, seine erste Pfarrstelle bleibt auch seine letzte. Und so lebt Bernhard Ullrich jetzt schon 43 Jahre mit seiner Frau Elisabeth in dem kleinen Ort der Gemeinde Amt Neuhaus. Doch jetzt packen sie ihre Koffer. Ende September schließen die Ullrichs die Tür im alten Pfarrhaus ab, sie ziehen nach Potsdam zu den Kindern und Enkeln.

Ein „erheblicher Einschnitt“, mit Wehmut verbunden. Er habe die Veränderungen in der Region über die Jahrzehnte miterlebt, Beziehungen zu den Menschen über Generationen vertieft – es sei schön gewesen, das zu begleiten. „Aber nun ist es an der Zeit“, sagt der Pastor im Ruhestand. „Wir sind dankbar für die vielen Erfahrungen hier.“ Jetzt warten aber neue Aufgaben auf sie: mehr Zeit für die Enkel und die Dinge, die sie interessieren. Noch mehr verrät er Franca Niendorf im Interview zum Wochenende.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Gott ist Gott. Und kein Gedanke.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Eigentlich finde ich diesen Platz ganz schön (sitzt unter einem Walnussbaum am alten Pfarrhaus). Ansonsten meistens da, wo ich bin.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Ich hab’ in den Sommerferien beim Schachtbau gearbeitet im Harz.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Für ein Motorrad. Eine 125 ES. Das war für mich wichtig, weil ich zur Schule mit Bus und Bahn musste. So war ich unabhängig.

Wo findet man Sie am ehesten?

Da müssten Sie meine Frau fragen. Die sucht mich immer.
Was stört Sie an anderen?
Angeberei und hohle Phrasen.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Ich würde da gar nicht jemanden Bestimmten nennen. Mich hat immer wieder die Lebensleistung der Menschen in den Dörfern beeindruckt. Wie sie Möglichkeiten gefunden haben, ihr Leben zu meistern, obwohl es ihnen aus äußeren wie inneren Gründen oft schwer war.
Was würden Sie gern noch können?

Zeichnen. Das habe ich früher gerne gemacht. Aber wenn ich jetzt mal angesetzt habe, war ich nicht zufrieden. Mal sehen, vielleicht mache ich mal einen Kalligraphie-Kurs.
Was bedeutet Ihnen persönliches Glück?

Vertrauen zu erfahren.

Wen würden Sie gern einmal treffen?

Martin Luther. Den würde ich gern fragen, was er zu dem Zustand der Kirche heute meint und was er zu Franziskus sagen würde, ob er ihn noch als Antichristen bezeichnen würde.
Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?

Käse, Fisch und Campari.
Wenn Sie kochen oder essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?

Ich mag es gerne deftig regional, Mecklenburger Rippenbraten zum Beispiel. Oder auch Haxe. Es kann aber auch mal was feines Italienisches sein.
Welches Buch lesen Sie gerade?

Von Swetlana Alexijewitsch „Secondhand Zeit“. Es ist bewegend, weil die Revolution als Verlust der Identität erfahren wird. Und es wird verständlich, warum Putin Zustimmung erfährt.

Und immer mal wieder Botho Strauß „Allein mit allen“, ein Gedankenbuch. Es ist provokant, aber auch sehr anregend.
Worauf könnten Sie niemals verzichten?

Auf Familie und den sonntäglichen Gottesdienst.
Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?

Vielleicht noch eine Reise in die klassischen Städte nach Griechenland. Das sind die Wurzeln unserer Kultur.
Können Sie sich mit nur einem Wort beschreiben?

Neugierig.
Wo ist für Sie Heimat?

Da, wo die Wurzeln sind, Sachsen und Norddeutschland.
Wenn Sie drei Wünsche frei hätten?

1. Dass die Kirche die Ortsgemeinden ernst nimmt.

2. Dass alle in einer Familie sich verständnisvoll begegnen.

3. Dass ich noch ein paar Wünsche haben kann.
Verraten Sie uns, was kaum jemand über Sie weiß?

Ich denke, ich bin kein Mensch, der sich versteckt hat.
Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Dorothea Ziegler aus Lübtheen. Sie leitet den Linden- und Kirchenchor. Ich finde es interessant, wie sie versteht, mit den verschiedenen Generationen etwas zu gestalten.

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