Gammelin : „Kältefrei“ in Gammeliner Schule

Eiszeit im Unterricht: Die Schüler der vierten Klasse mussten sich ordentlich einpacken.
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Eiszeit im Unterricht: Die Schüler der vierten Klasse mussten sich ordentlich einpacken.

Bürgermeister muss Unterricht wegen defekter Heizung ausfallen lassen. Reparaturarbeiten lassen auf sich warten

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14. März 2016, 21:00 Uhr

Es ist einfach zu kalt für die Schüler der Gammeliner Grundschule. Mit dicken Winterjacken sitzen die Jungen und Mädchen in ihren Klassenzimmern, Heizlüfter sorgen für ein bisschen Wärme – jedoch nicht ausreichend. „Deshalb haben wir uns entschieden, die Schule am Dienstag ausfallen zu lassen“, erzählt Bürgermeister Manfred Kebschull.

„Kältefrei“ für einen Tag. Grund für diese Maßnahme ist die defekte Heizung in dem Neubau der Grundschule. „Am Morgen gegen 6.30 Uhr erhielt ich einen Anruf vom Hausmeister der Schule, die Heizung würde nicht funktionieren“, berichtet Bürgermeister Manfred Kebschull heute. Ein Monteur des Grabower Unternehmens, das die neue Anlage vor zwei Jahren installierte, konnte den Schaden nicht beheben. Ein weiterer, geschickt von der Heizungsfirma, brachte auch keine besseren Nachrichten: „Er müsse erst ein neues Teil bestellen, das dauert aber. Morgen fände eine Veranstaltung statt und deshalb würde keiner in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten“, gibt Kebschull das heutige Gespräch mit dem Monteur wieder. Für eine Schule mit rund 80 Schülern keine hilfreiche Antwort, vor allem jetzt, wo über Nacht noch Minusgrade herrschen.

Auch von der Geschäftsführung der beiden Unternehmen bekam der Bürgermeister keine Auskunft. „Ich wurde an eine Hotline weitergeleitet. Dort wurde mir dann mitgeteilt, ich solle meine Beschwerde doch schriftlich einreichen“, so Kebschull wütend. „Wenn man wirklich in Not ist, ist keiner da.“

Über das Amt habe er trotzdem schriftlich Beschwerde eingereicht. Eine Antwort hatte er bis Redaktionsschluss nicht erhalten.

Für die Gemeinde und Schulleitung nicht nachvollziehbar. „Wir können die Schüler ja nicht einfach frieren lassen und abwarten.“ Deshalb wurde heute entschieden: Die Schule fällt für einen Tag aus. In der Hoffnung, das Heizungsproblem so schnell wie nur möglich in den Griff zu bekommen.

Für alle Schüler, die morgen nicht zu Hause bleiben können, wird eine Notbetreuung in der Grundschule eingerichtet. „Wir haben gleich mehrere Heizlüfter in die benötigten Räume verteilt“, so die stellvertretende Schulleiterin Silke Beutler. „Und gesagt, die Kinder sollen in ihren dicken Jacken kommen.“

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