Verlandete Hafeneinfahrt : (K)ein Schiff wird kommen?

Leer sind die Liegeplätze des Boizenburger Bootssportverein/Elbe. Auch wenn hier das Ende der Saison der Grund dafür ist, sollen im kommenden Jahr wieder mehr Schiffe in der Elbestadt begrüßt werden.
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Leer sind die Liegeplätze des Boizenburger Bootssportverein/Elbe. Auch wenn hier das Ende der Saison der Grund dafür ist, sollen im kommenden Jahr wieder mehr Schiffe in der Elbestadt begrüßt werden.

Debatte um die Wegbarmachung der Hafenmündung geklärt/Niedrigwasser soll kein Schiff mehr am Weg nach Boizenburg hindern

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07. November 2017, 19:28 Uhr

Schiff Ahoi! Dieser Ruf soll am Boizenburger Hafen zukünftig wieder häufiger ertönen. Wurden doch in einer langwierigen Debatte zwischen der Stadt Boizenburg und dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) in diesem Jahr endlich Fakten geschaffen. Lange währte nämlich die Diskussion darum, wer für die Beseitigung der Sandbank zuständig ist, die sich an der Sudemündung in die Boize befindet und knapp 300 Meter vor dem Einfluss in die Elbe den Weg in den Boizenburger Hafen beeinträchtigt. Nun steht fest, dass das StALU sich der Abtragung annehmen muss. „Das basiert auf einem alten Vertrag, den noch die Vorgängerinstitution des StALU zu DDR-Zeiten abgeschlossen und das StALU als Rechtsnachfolger ,geerbt’ hat“, berichtet Bürgermeister Harald Jäschke.

Eine Gruppe wird diese Nachricht ganz besonders freuen. Die ansässigen Bootsführer sowie die Bootstouristen mussten in den letzten Jahren immer stärkere Einschränkungen hinnehmen, wenn sie in den Boizenburger Hafen einfahren oder aus dem Hafen auslaufen wollten. „Das war im letzten Jahr schon extrem und ist in diesem Jahr noch extremer geworden“, erzählt der Vorsitzende des Boizenburger Bootsportvereins/Elbe, Klaus Breitenbach. Grund für diese Einschränkungen des Schiffsverkehrs war das Niedrigwasser der Elbe. Dieses beeinträchtigt den Wasserstand der Boizemündung, so sehr, dass auch die Sandbank zu einem Problem wird. Schiffe, selbst mit geringem Tiefgang, sind gefährdet, auf Grund zu laufen. Außerdem wissen viele ortsunkundige Freizeitkapitäne gar nichts ob der Gefahr. Breitenbach, der mit seinem Boot auch einige Male nicht auslaufen konnte, berichtet über eigene durchgeführte Messungen: „Da war der Wasserstand nochmal 30 Zentimeter niedriger als im Vorjahr.“

Der Vorsitzende ist froh darüber, dass nun endlich die Verantwortlichkeit geklärt wurde und eine Lösung des Problems in nicht mehr so weiter Ferne ist. Das liegt zum einen daran, dass die Bootsführer zukünftig nicht mehr so große Gefahr laufen, ihre Fahrzeuge zu beschädigen. Zum anderen weiß Breitenbach auch um den wirtschaftlichen Faktor eines gut zugänglichen Hafens: „In Jahren ohne diese große Beeinträchtigung haben wir rund 300 Übernachtungen von Bootstouristen. In diesem Jahr waren es nur 165. Da hatten wir wochenlang gar keine Gäste.“ Hinsichtlich dieser Zahlen betont Breitenbach: „Zur nächsten Saison muss etwas passieren.“ Diese wird Ostern 2018 eingeläutet. Bis dahin ist das StALU gefragt. Beim Amt ist man sich dessen bewusst, erbittet sich auf Nachfrage der SVZ jedoch noch etwas Zeit für die Planung und Veröffentlichung konkreter Maßnahmen.

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