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Hagenower Kreisblatt

24. Oktober 2017 | 02:32 Uhr

Tierschutz : Junger Wolf direkt am Zaun

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Katja Frank will ihre Kinder nicht mehr unbeaufsichtigt draußen spielen lassen

Katja Frank war mit den Kindern draußen auf ihrem Grundstück, als ein junger Wolf an dem Zaun entlang trabte, der das Grundstück vom Sportplatz trennt. „Es war am Dienstagnachmittag gegen halb  vier. Er kam linker Hand aus dem Wald, ging durch das offene Tor des Sportplatzes, lief am Zaun entlang und verschwand im Wald oberhalb des alten Kita-Gebäudes. Er ließ sich nicht einmal  von dem Trubel stören, der bei uns herrschte.“

Geistesgegenwärtig machte die junge Frau ein Foto mit ihrem Handy (für die Zeitung leider nicht verwertbar), auf dem das Tier auch zu erkennen ist. „Ich werde die Kinder nun nicht mehr unbeaufsichtigt draußen spielen lassen, das ist mir zu unheimlich“, so Katja Frank.

Immer mal wieder einen „Riss“ gefundenSchon am Sonntag sehr spät abends gab es einen seltsamen Vorfall mit dem Hund der Familie, der plötzlich unbedingt ins Haus wollte und sich unter dem Tisch verkroch. „So hat er sich noch nie verhalten“, meinte dazu Thomas Frank. Einen „Riss“,  also die Überreste eines Wildschweins oder  eines  Stück Rotwilds,  habe er schon des Öfteren im Wald gefunden, aber dass sich ein Wolf traut, so dicht an einem Grundstück vorbeizulaufen, hat er auch noch nicht erlebt.

Dass sich Wölfe in der Gegend aufhalten, ist schon seit Jahren der Fall. Es gibt immer mal wieder Sichtungen, zum Beispiel an der Rögnitz, wie von Hans Lange aus der Revierförsterei zu erfahren war.  Thomas Frank kann sich vorstellen, dass   das Muttertier die Jungwölfe nun verjagt, weil sie trächtig ist und dann Nachwuchs bekommt.

Bisher  sei auf dem Gebiet des Amtes Neuhaus keine  Wolfsfamilie nachgewiesen, so Hans-Jürgen Kelm vom Forstamt Göhrde. Wölfe benötigen ein sehr großes Territorium von etwa 300 Quadratkilometern, sind sehr viel unterwegs und würden   an einem Tag  schon mal 70 Kilometer laufen.  Es könne  nicht ausgeschlossen werden, dass sich über kurz oder lang  auch auf dem Gebiet des Amtes Neuhaus eine Wolfsfamilie niederlässt.  Hans-Jürgen Kelm  ist Wolfsbeauftragter für den Landkreis Lüchow-Dannenberg, kennt sich aber im Amt auch gut aus und arbeitet mit Matthias Holsten von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Lüneburg zusammen. Beobachtungen nehmen beide gerne auf, aber auch bei Maja Züghart vom Archezentrum kann man sich melden. Wer einem Wolf begegnet, sollte Abstand halten und nicht weglaufen, sondern mit Geräuschen auf sich aufmerksam machen. Tierhalter sollten, wenn möglich, die Tiere einzäunen. Es gibt vom Land finanzielle Hilfen für einen Zaunbau.  Am Sonntag, dem 8. März,  findet  im Bleckeder Haus  eine Informationsveranstaltung rund um das Thema Wolf statt.

 

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