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Ludwigslust-Parchim : Junge Leute sollen mobiler werden

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Linke bringen Antrag in Kreistag ein für kostenlosen ÖPNV aller Schüler. Mit vier Stimmenthaltungen wird der Beschluss angenommen

von
erstellt am 07.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Gerade in einem Flächenkreis wie dem hiesigen ist Mobilität für Heranwachsende besonders wichtig. Ist sie eingeschränkt, gehört das mit zu den größten Hemmnissen bei der Mitbestimmung junger Menschen an der gesellschaftlichen Teilhabe. Vor allem, wenn sie im ländlichen Raum zu Hause sind.

Laut Koalitionsvertrag von SPD und CDU auf Landesebene sind Landkreise angehalten, diese Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Deshalb brachte die Fraktion „Die Linke“ auf dem jüngsten Kreistag einen Antrag für kostenlosen Öffentlichen Personen und Nahverkehr, kurz ÖPNV, für Schüler ein. Darin wird der Kreistag aufgefordert, die Volksinitiative „Kostenfreie Schülerbeförderung für alle Schüler von Klasse 1 bis 13  und Auszubildende in MV“ zur Einführung eines landesweiten Schülertickets zu unterstützen. Dieses könne in der unterrichtsfreien Zeit dann schließlich  auch den Heranwachsenden die Möglichkeit bieten, Bus und Bahn kostenfrei zu nutzen. Beispielsweise für Fahrten zu Vereinen, Musik- und Volkshochschulkursen oder Sportgemeinschaften.

„Wir haben eine Vorreiterrolle und wollen Kinder und Jugendliche mobiler machen“, sagte Andreas Sturm als stellvertretender Fraktionsvorsitzender von den Linken und beschwor die abendliche Runde, hier mitzuziehen.

 Christian Rosenkranz, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender, eilte  ebenfalls ans Mikro, um diesen Antrag mitzutragen. Wolle man jungen Menschen tatsächlich Perspektiven und Mitbestimmungsmöglichkeiten bieten und sie im Landkreis halten, müsse diese Kostenbefreiung ernsthaft geprüft und Diskussionsthema in den Ausschüssen werden. Mit vier Stimmenthaltungen passierte der Antrag dann den Kreistag.

Kommunen und Landkreise seien als Schulträger gefordert, auch die Schülerbeförderung durchzuführen, heißt es weiter in der Begründung. Die unterschiedliche Handhabung der Beförderung von Schülern und Azubis sei jedoch nicht zukunftstauglich. Die bisher geltenden unterschiedlichen Reglungen schafften Ungleichheiten, Ungerechtigkeiten und sorgten für Verwirrungen bei Schülern und Eltern gleichermaßen. Deshalb müsse eine einheitliche, einfache und gerechte Lösung geschaffen werden. Das Land sei aufgefordert, ein kostenloses Schülerticket zu finanzieren, unabhängig von bisher geltenden Mindestentfernungen, jedoch mit der Maßgabe von maximalen Beförderungszeiten.

Stefan Lösel, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Ludwigslust-Parchim, betonte gestern auf SVZ-Anfrage, dass die Schülerausweise im Landkreis ja  schon längst auch am Wochenende  genutzt werden könnten. „Der Landkreis hat in dieser Hinsicht ja schon eine ganze Menge in Bewegung gebracht, damit junge Leute mobiler sind.“

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