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Picher/Strohkirchen : Jubel über die lang ersehnte Piste

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Radweg zwischen Kummer und Picher ist mehr als nur ein Radweg. Strategisches Ziel ist die Verbindung nach Ludwigslust

von
erstellt am 31.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Warum kommen mehr als 200 Menschen mitten in der Woche zur Eröffnung eines Radweges zwischen zwei Dörfern? Weil es eben nicht nur ein Radweg ist. Für viele Schüler aus Strohkirchen wird es ein Teil des Schulweges sein. Nun können sie zum ersten Mal mit dem Fahrrad sicher zur Schule nach Picher fahren.

Für die meisten im Dorf ist die Eröffnung der 610 000 Euro teuren Piste schlichtweg vor allem der  Erfolg eines jahrelangen Kampfes, der vor fast 15 Jahren begann. Strohkirchens Bürgermeisterin Bärbel Romanowski freute sich nicht umsonst ganz besonders über den Besuch von Margret Seemann. Die heutige Wittenburger Bürgermeisterin hatte als Landtagsabgeordnete und späteres Regierungsmitglied ganz besonders um die Radwege in der Region gekämpft. Der zwischen Picher und Strohkirchen gehörte dazu.

Auch Landrat Rolf Christiansen strahlte bei der Eröffnung. „Das ist eine tolle Geschichte, und es sieht so aus, als wenn wir als Kreis mal etwas richtig gemacht haben“, rief er allen zu. Und er erklärte, dass der Kreis gern mehr solche Wege bauen würde, wenn denn das Geld dafür da wäre. Wie dünn das Eis da ist, zeigt die Tatsache, dass der riesige Landkreis derzeit keinen weiteren Radweg an einer Kreisstraße baut. Und von der Bausumme für die gut 4,5 Kilometer zwischen den beiden Dörfern musste der Landkreis nur ein Viertel zahlen, 75 Prozent wurden gefördert mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Und doch soll es weitergehen. Hans-Georg Zwang, Fachdienstleiter Straßen- und Tiefbau beim Landkreis, ging im SVZ-Gespräch davon aus, dass die jetzt noch bestehende Lücke zwischen Strohkirchen und Moraas bereits im kommenden Jahr geschlossen werden kann. Im Prinzip sei alles schon vorbereitet, alles hänge jedoch noch von der Zustimmung des Kreistages ab.

Wenn das passieren sollte und das Land, wie bereits angekündigt, den Radweg an der B 5 zwischen Kummer und dem Abzweig Picher baut, dann gäbe es de facto eine sichere Radwegeverbindung zwischen Hagenow und Ludwigslust. Für Landrat Christiansen, der in Picher wohnt, hätte dieser Weg durchaus auch eine touristische Bedeutung. Er wäre sowieso dafür, dass der  Landkreis sich um die wichtigen Radwege in der Region kümmern sollte, das Land wäre dann für die Fernradwege zuständig. Allerdings müsse das dann auch mit den nötigen Mittel untersetzt werden.

Der neue Radweg ist 2,25 Meter breit und hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Radwegen: Er ist  aus Beton. Und somit für viele Jahre wartungsfrei, denn  er widersteht dem Wurzeldruck der Bäume viel besser. Zudem ist die Oberfläche haltbarer und durch ihre Helligkeit im Dunklen viel besser zu erkennen als die übliche Asphaltpiste.

Zu einer funktionierenden und beliebten Radwegeverbindung gehören aber auch die Ortsdurchfahrten. Und da liegt in Picher aber auch in Moraas derzeit noch einiges im Argen.

Kommentar von Mayk Pohle: Es dauert einfach viel zu lange
Eigentlich sind es ja Freizeitflächen, die da entstehen, wenn ein Radweg gebaut wird. Fahrradfahrer, Walker, Skater, Fußgänger, sie alle haben etwas von diesen sicheren Verbindungen. Doch wie lange dauert es, bis aus Plänen betonharte Tatsachen werden? Richtig: Viel zu lange. Mal ist es das Geld, mal fehlt der Plan, meistens sind es jedoch die Grundstücke, die die Eigentümer nicht oder nur sehr teuer verkaufen wollen. Wer noch Zweifel hatte, wie wichtig für die ländliche Bevölkerung derartige Wege sind, der hätte sich das Volksfest zwischen Picher und Strohkirchen mal angucken müssen. Das gab es so noch nie. Wir brauchen folglich neue Wege und Ideen, um schneller zu diesen Verbindungen zu kommen. Denn die Wunschliste ist lang und die Lücken groß. Das traurigste Beispiel ist da der immer noch fehlende Radweg zwischen Wittenburg und Zarrentin.

 

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