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Hagenower Kreisblatt

24. November 2017 | 06:58 Uhr

Feuerwehr Lübtheen : Jetzt wieder hoch hinaus

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Wie die Firmen in der Lindenstadt das eigentlich Unmögliche möglich machten

von
erstellt am 25.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Wäre es den normalen Weg gegangen, dann hätte Lübtheens Feuerwehr schon seit Monaten keine Drehleiter mehr. Doch  es ging nicht den normalen Weg. Am Ende war es ein Bündnis von Lübtheener Firmen, die mit Spenden im vier- und fünfstelligen Bereich den Kauf einer neuen (gebrauchten) Leiter erst möglich machten. Die chronisch klamme Stadt hätte das nie und nimmer bezahlen können.

Diese 30 Meter-Leiter ist am Donnerstagabend in feierlicher Runde auf dem Gelände der Firma Brüggen übergeben worden. Im Einsatz war sie schon ein paar Tage länger.

Die Wahl des Ortes war kein Zufall, denn das zum Krone-Konzern gehörende Unternehmen hat mit Abstand die größte Summe für die Drehleiter gegeben. Und so oblag es dann auch dem Geschäftsführer Christian Sassmannshausen, den Schlüssel an Rüdiger Metelmann vom Förderverein der Feuerwehr zu übergeben. Der gab den dann weiter an die wirklich glückliche Bürgermeisterin Ute Lindenau, die schließlich das Fahrzeug in die Hände von Wehrführer Carsten Blohm legen konnte. Auch diese Reihenfolge gehört zur Rettungsgeschichte für die Drehleiter.

Diese Geschichte beginnt mit dem technischen Ende der alten Leiter. Die war nach der Wende gebraucht angeschafft worden, stammte aus dem Jahr 1973 und hätte jetzt für mindestens 30 000 Euro überholt und repariert werden müssen, wie Bernd Skobel, der Leiter des Ordnungsamtes bestätigte. Skobel gehört zu den Vätern der Erfolgsgeschichte.

Mit der Hiobsbotschaft für Wehr, Stadt und Region begann zugleich die Suche nach einer Lösung. Ungünstiger hätte der Ausfall der Leiter kaum kommen können. Die Lübtheener Wehr braucht nämlich  noch  dringender ein neues Fahrzeug, um ihre Ausrüstung überhaupt mit einer Fahrt an den Einsatzort bringen zu können. Doch dieses HLF 20 wird allein wohl schon 420 000 Euro kosten. Trotz Förderung zwingt der Eigenanteil  die Stadt in die Knie.  Für eine neue Drehleiter beginnen die Preise bei 600 0000 Euro, man kann aber auch leicht eine Million dafür ausgeben.

Und so suchte die Stadt nach einer gebrauchten Leiter, die  irgendwie bezahlbar war.  Hier kam dann die im sächsischen Frankenberg beheimatete Firma „Kunz & Sohn“ ins Spiel, Spezialist für Drehleitern und schon lange Partner auch für Lübtheen.  Irgendwann war die Idee des Kaufs einer Tauschleiter da. Die hält das Unternehmen vor, damit die Städte für die Zeit der Reparatur überhaupt eine Leiter haben. Firmenchef Ekkehard Weber sprang in vertrauensvollen Gesprächen mit Ordnungsamtsleiter Skobel schließlich soweit über seinen Schatten, dass sie bezahlbar wurde.

So kamen die Lübtheener zur einer Leiter, die vom Fahrzeugunterbau zwar aus dem Jahr 1984 , deren Leiterpark aber nur drei Jahre alt ist. Die „Neue“ kann 30 Meter in die Höhe fahren, hat einen fest montierten Korb, und, wichtig, eine Halterung für die Krankentrage. Im Ergebnis ist die Leiter doppelt so schnell in Stellung gebracht wie ihre Vorgängerin.

Neben Vertretern von Brüggen waren auch Abgesandte der Unternehmen Impreglon aus Jessenitz, von der Dankwardt GmbH, der Agrarproduktion und der Lübtheener Wohnungswirtschaft bei der Übergabe dabei. Sie alle haben Geld für die Leiter gegeben. Es  kam soviel zusammen, dass zusammen mit dem Förderverein der Feuerwehr über weitere Anschaffungen nachgedacht werden kann. Alles in allem ein Signal der Einigkeit von Wirtschaft, Politik und Feuerwehr und das noch vor der Messe der Griesen Gegend am 1. Mai.

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