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Schulzentrum Wittenburg : Jetzt legen die Elektriker los

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Das Schulzentrum Wittenburg startet als erste Einrichtung im Landkreis in das Projekt „Medienzukunft an Schulen“.

svz.de von
erstellt am 23.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Sie stehen vor einer großen Herausforderung. Viel Zeit bleibt ihnen nicht. Aber mit dem Ferienstart können die Elektriker, die seit gut zwei Wochen im Schulzentrum Wittenburg werkeln, nun richtig loslegen. Bis zum Beginn des neuen Schuljahres wollen sie in den Gebäuden Datenkabel verlegen – insgesamt haben diese eine Länge von 20 Kilometern. Mehr als 250.000 Euro wird das Vorhaben kosten. Am Ende sollen alle Klassenräume einen Internet- bzw. Netzwerkzugang haben.

Hintergrund ist das Projekt „Medienzukunft an Schulen“ des Landkreises Ludwigslust–Parchim, und in Wittenburg steht eine der beiden Pilotschulen. Die zweite ist das Eldenburg–Gymnasium Lübz. Auch dort sollten in den Sommerferien viele Kilometer Kabel verlegt werden, aber es gibt Probleme. Ursache sei die vorgefundene Bausubstanz, teilte der erste stellvertretende Landrat Wolfgang Schmülling auf der vergangenen Kreistagssitzung mit. Aufgrund der dadurch aufgehobenen Ausschreibung werde sich die bauliche Ertüchtigung des Gebäudes in das nächste Jahr verzögern, heißt es dazu auf Nachfrage vom Landkreis. Nur einzelne Maßnahmen würden noch dieses Jahr umgesetzt.

In Wittenburg sind die Arbeiten dagegen schon fortgeschritten. Zwei Nebengebäude wurden in den vergangenen Tagen bereits verkabelt. In den Ferien ist das Hauptgebäude an der Reihe. Danach kann der IT–Dienstleister des Landkreises, die Kommunalservice Mecklenburg AöR (KSM), damit beginnen die Klassenräume mit entsprechenden Geräten auszurüsten.

„Bei einer Beratung im Mai, mit der KSM, dem Landkreis und den pädagogischen Betreuern haben wir überlegt, welche Endgeräte wir nutzen wollen“, erzählt Michael Kühnel, Schulleiter des Schulzentrums Wittenburg. „Im ersten Schritt setzen wir auf interaktive Beamer.“ Ob auch die Schüler mit Geräten, wie Laptops oder Tablets ausgestattet werden, sei noch nicht klar. Darüber werde noch beraten. Für Kühnel steht aber fest: „Ziel muss es sein, dass jeder Schüler die Möglichkeit hat online bzw. digital zu arbeiten und einen modernen Unterricht zu genießen. Sonst holt uns die Zukunft irgendwann ein.“

Und beim Thema moderner Unterricht ist Wittenburg anderen Schulstandorten offenbar schon seit Jahren immer einen kleinen Schritt voraus. „1998 haben wir als eine der ersten Schulen einen Internetzugang bekommen. Damals hat noch Ministerpräsident Bernd Seite hier auf einen roten Knopf gedrückt und gesagt: Jetzt geht es los!“, erinnert sich Kühnel. Vor einigen Jahren habe man dann ein Projekt angefahren, bei dem Schüler mit Laptops ausgestattet wurden und diese für zwei Jahre als Leihgeräte nutzen konnten. Auch im Unterricht, unter anderem in den Fächern Mathematik, Deutsch und Biologie, seien diese eingesetzt worden. „Wir haben festgestellt, dass die Geräte äußerst gewinnbringend sind.“

Und dafür was in Wittenburg passiert, interessieren sich auch andere Schulen. „Wir haben schon jetzt Anfragen von Schulleitern, die sich die Ausstattung anschauen wollen, wenn sie fertig ist.“ So ist das Projekt ja auch gedacht. „Wir sind eine Pilotschule, es geht uns darum etwas auszuprobieren und die Erfahrungen weiter zu geben.“ Denn auch an den anderen Schulen in Trägerschaft des Landkreises soll der Medienentwicklungsplan umgesetzt werden. Das dauert allerdings mindestens bis 2022, teilte Christin Dittmann, Leiterin der Projektgruppe „Medienzukunft an Schulen“ mit. Es müssten die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel berücksichtigt werden. Allein dieses Jahr hatte der Landkreis 450 000 Euro allein dafür eingeplant, dass die beiden Pilotschulen modernissiert werden. Günstig ist das Projekt also nicht. Andererseits sollte im Bereich Bildung auch nicht gespart werden.

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