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Hagenower Kreisblatt

24. November 2017 | 16:19 Uhr

Boizenburg : Jetzt ist erstmal wieder Eiszeit

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

SG Motor Boizenburg mit Aufbau im Clinch. Trainerwechsel und das Abwandern von Spielern sorgen für Unruhe an der Elbe

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Es brodelt wieder  in der Sportstadt Boizenburg. Die Rivalität der lokalen Fußballvereine Motor und Aufbau, welche in den letzten Jahren aufgrund der sportlichen Erfolge beider Mannschaften eine ruhigere Phase erlebte, ist zu Beginn der neuen Saison wieder gestiegen. „Auch, wenn es schon einmal schlimmer war, jetzt ist erstmal wieder Eiszeit“, kommentiert Hartmut Voß, Vorsitzender der SG Motor Boizenburg, die Situation.

Und das liegt nicht nur  an dem riesigen Klassenunterschied zwischen den Vereinen. Primus Aufbau spielt mit seiner ersten Männermannschaft, auch dank des großen Sponsors Sweetec, in der Verbandsliga , der höchsten Liga Mecklenburg-Vorpommerns. Motor hingegen muss seine Pflichtspiele nach einem Zwangsabstieg aus der Landesklasse, in der man  zuvor zweimal nur knapp als Zweiter den Aufstieg verpasste, in der Kreisliga, der untersten Spielklasse in der Region, austragen.

Der Grund für den Abstieg war unter anderem der kurzfristige Abgang des  langjährigen  Motor-Trainers Alexander Lamer zum Stadtrivalen (SVZ berichtete). Den Schritt des  Übungsleiters hat man in der Motor-Vereinsführung wegen der sportlichen Herausforderung der höheren Spielklasse noch nachvollzogen. Auch wenn der Weggang den Vorstand sowie den am 1. Juni gewählten Abteilungsleiter Fußball, Christopher Härke,  von einem Tag auf den anderen traf.

Viel schwerer wog hingegen die Flut von Spielern, die Motor nach Lamers Entscheidung auch verlassen wollten. Alles in allem neunzehn Abgänge musste der Verein, der aus der  Betriebssportgruppe der Elbewerft hervorging, trotz zuvor getätigter Zusagen verkraften. Da war der Schritt in die fußballerische Bedeutungslosigkeit unabdingbar.

Besonders brisant waren hierbei natürlich die sechs Spieler zuzüglich Co-Trainer, die Lamer zu Aufbau  ins Stadion an die Fliesenfabrik  folgten. „Da war  schon erstmal ein Tuch zerschnitten und es wird wohl seine Zeit brauchen bis wir wieder bereit sind, mögliche Rückkehrer aufzunehmen“ beschreibt Härke den Gemütszustand der verbliebenen Kicker, die nun über jeden Neuzugang mannschaftsintern abstimmen.

Bei Aufbau will man hingegen nicht so weit gehen. Natürlich ist man sich der steten Konkurrenzsituation mit Motor bewusst, ein offensives Abwerben der Spieler hat es jedoch nicht gegeben. Man schaut allerdings auch nicht positiv auf die Entwicklung beim Stadtrivalen. „So wie es jetzt bei Motor ist, ist es eine Katastrophe“, schildert Aufbaus 1. Vorsitzender, Karl-Heinz Kruse, seine Einschätzung der Situation. „Hätte ich gewusst, dass es so endet, hätte ich von unserer Seite alles  getan, dass es nicht so weit kommt. Boizenburg soll mit Aufbau und Motor ein starker Fußballstandort sein“ drückt Kruse sein Bedauern aus. Man merkt aber schon an, dass es nach den Querelen der nahen Vergangenheit nun erstmal keine Berührungspunkte mit dem Stadtrivalen gäbe.

Dieser hingegen darbt, während die Jungs vom  Fliesenwerk jüngst sogar in das Achtelfinale des Landespokals eingezogen  sind, sein Dasein nun erstmal  in der Kreisliga. Und auch, wenn man nach nunmehr sechs absolvierten Ligaspielen von Seiten der Abteilung Fußball positiv  in die Zukunft blicken will, sind „die alten Hasen  schon enttäuscht über die jüngste Entwicklung in ihrem Verein“, fasst Voß mit Blick auf die Bedeutung der Spielklasse  kurz zusammen. Bei den alten Motorfunktionären wurden nämlich Erinnerungen an den Beginn der 1960er Jahre wach, als Aufbau dem Konkurrenten schon einmal sportlich enteilte und sich ein Spalt durch Fuball-Boizenburg zog. So weit ist es heute noch nicht und soll es auch nicht werden.

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