Neuhaus : „Jetzt einen neuen Fokus setzen“

Gemeinschaftlich Ziele erreichen, darauf setzt künftig Andreas Gehrke.
Gemeinschaftlich Ziele erreichen, darauf setzt künftig Andreas Gehrke.

Wahlen haben das Amt Neuhaus dieses Jahr ausgebremst. Nun soll aber nach vorne geblickt werden, meint der neue Bürgermeister

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27. Dezember 2019, 05:00 Uhr

Zeit – das ist wohl der passendste Oberbegriff unter dem dieses Jahr im Amt Neuhaus zusammengefasst werden kann. Denn einige dachten offenbar, sie haben davon zu viel, so dass sie nun unter Druck geraten. Für andere konnte sie dagegen nicht schnell genug vergehen. Und nicht zuletzt wurden einige Jubiläen gefeiert, zum Beispiel 30 Jahre Mauerfall und Fährverbindung über die Elbe, 60 Jahre Blaskapelle Kaarßen oder auch 650 Jahre Neuhaus. Letzteres mit einem „tollen Fest“, wie Andreas Gehrke empfand. „Es war gut zu sehen, dass sich junge Leute für ihre Gemeinde engagieren“, so der Bürgermeister, der dieses Jahr seine Geduld unter Beweis stellen musste. „Zum Anfang war es schlimm“, sagt er heute zu seiner gut fünfmonatigen Wartezeit, von der Wahl im Mai bis zum Amtsantritt im November. Aber die Entscheidung, sich als Kandidat aufstellen zu lassen, sei dennoch die richtige gewesen.

Andere Entscheidungen blieben dagegen auf der Strecke. „Es sind während des Wechsels bestimmte Sachen liegen geblieben. Das ist aber normal“, meint Andreas Gehrke. Darauf gehofft, bei einer bestimmten Sache, schon weiter zu sein, hat er laut eigener Aussage trotzdem. Denn beim Krippenneubau in Neuhaus gerät die Gemeinde massiv unter Zeitdruck. „Wir haben die Ausschreibungen für die gesamten Planungsleistungen jetzt noch hinbekommen“, meint der Bürgermeister, der sich gewiss sein dürfte, dass das schon vor gut einem Jahr hätte passieren müssen. Doch die Gemeinde nahm sich Zeit, die sie eigentlich nicht hatte und muss nun erneut eine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung beantragen, mit der die Kindertagesstätte „Am Märchenwald“ aktuell betrieben werden darf. Ein Thema wird die Einrichtung aber nicht nur deshalb bleiben. Nach dem Krippenneubau sind nämlich Umbaumaßnahmen im alten Gebäude angedacht.

In welchem Umfang sie erfolgen, liegt sicherlich nicht zuletzt an der finanziellen Situation der Gemeinde. Diese habe sich im Vergleich zum vergangenen Jahr verbessert, meint der Bürgermeister, was an den stabilen Gewerbeeinnahmen liege. Im Haushaltsplan für 2020 klafft dennoch ein Millionenloch, woran sich nach Abschluss der Konsolidierungs- und Entwicklungspartnerschaft (KEP) mit dem Land allerdings kaum noch jemand zu stören scheint. „Die Kommunalaufsicht und der Landkreis sehen den Haushalt als genehmigungsfähig an, trotz einiger größerer Investitionen“, sagt jedenfalls Andreas Gehrke. Nach Abschluss der umstrittenen Partnerschaft wären andere Signale aber auch schwierig gewesen.

Ein weiteres großes Thema, bei dem sich zwar etwas in der Gemeinde gerührt, sich aber lange Zeit nichts auf Landesebene getan hat, waren die Wolfsangriffe auf Nutztiere. Das Wolfsbüro im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz ließ Hauke Hanstedt, bis vor kurzem Wolfsberater im Amt Neuhaus, sozusagen am langen Arm verhungern. War selbst für ihn eine Zeit lang nicht zu erreichen, so lange, bis der Landwirt seine ehrenamtliche Tätigkeit entnervt hinschmiss. Jetzt springt die Gemeinde ein: „Wenn es Probleme gibt, können sich die Bürger bei uns melden. Wir wollen uns als Gemeinde einbringen“, sagt Andreas Gehrke. „Das müssen wir auch.“

Für den Bürgermeister selbst ist die Zeit des Zurückblickens übrigens vorbei. „Ich möchte jetzt einen neuen Fokus setzen und nach vorne gucken“, meint er im Gespräch mit der SVZ. „Und zwar gemeinschaftlich.“ Denn die Gemeinschaft und Verbundenheit müssten in Zukunft als Stärke gesehen werden.

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