Letzte Chance eine teure Operation : Jegor möchte nur zur Schule gehen

Mit dem neuen Rollstuhl  kann Jegor das Krankenzimmer endlich verlassen.
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Mit dem neuen Rollstuhl kann Jegor das Krankenzimmer endlich verlassen.

Der Junge aus Weißrussland ist für Jutta und Joachim Dreyer aus Hagenow wie ein Enkel

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18. August 2016, 20:56 Uhr

Die zwei Jungs spielen vergnügt im Garten. Jutta Dreyer sitzt auf ihrer Terrasse und wirft immer wieder ein Auge auf die beiden. Sie kommen aus Weißrussland und machen hier in Hagenow Erholungsurlaub. So wie auch Jegor vor sechs Jahren. Er kam gemeinsam mit seiner Mutter Victoria. Sie war eines der ersten Kinder aus der Tschernobyl Region, die Jutta und Joachim Dreyer bei sich aufnahmen. Das damals neunjährige Mädchen kam jedes Jahr. „Sie ist uns sofort ins Herz gesprungen“, erzählt Jutta Dreyer, die mit ihrem Mann bereits seit 20 Jahren Kinder bei sich aufnimmt. Als Victoria ihren Jegor bekam, reisten sie zusammen nach Deutschland.

Doch das ist nun nicht mehr möglich. Der Junge leidet seit seiner Geburt an einer schweren Darmerkrankung. Seit über einem Jahr liegt der Elfjährige im Krankenhaus, wird künstlich ernährt und sein Zustand verschlechtert sich zunehmend. „Jegor hat für uns den Enkelstatus“, sagt Jutta Dreyer. Letzten Sommer, kurz bevor der Junge wieder zu Besuch kommen wollte, ging es ganz schnell. Von einem Tag auf den anderen verschlechterte sich Jegors Zustand. „Da wollte er das erste Mal alleine kommen, weil es ihm eigentlich so gut ging.“

Der elfjährige Junge hat keinen Dünndarm mehr, beschreibt Jutta Dreyer die Krankheit vereinfacht. Mit jeder seiner Operationen hat er ein Stück Dünndarm eingebüßt. Der Bauch ist offen, der Junge kann nicht essen, wird intravenös ernährt. Ob es mit den Folgen der Reaktorexplosion zu tun hat, könne man nicht nachweisen. Das Schlimme seien zudem die Bedingungen vor Ort. „Er bekommt im Krankenhaus keine Mundpflege, keine Physiotherapie. Das ist ganz schrecklich“, beschreibt die Hagenowerin das Bild vor Ort.

Im Frühjahr waren Jutta und Joachim Dreyer das erste Mal in Weißrussland. Sie sind 24 Stunden mit dem Auto zu Jegor und Mutter Victoria gefahren. Im Gepäck viele Sachen, die dem Jungen vor Ort helfen sollen. „Das gesamte Verbandszeug zum Beispiel muss die Familie selbst kaufen“, sagt die Hagenowerin. Es sei jetzt gelungen, ihm einen passenden Rollstuhl aus Deutschland zu schicken, in dem er nun sein Zimmer verlassen kann – nach einem Jahr.

Helfen kann dem elfjährigen Jungen nur noch eine Operation. Rund die Hälfte der Kosten sei bereits zusammengekommen. Auf der Spendenplattform leetchi.com kann die Geschichte von Jegor nachverfolgt werden. Hier besteht auch die Möglichkeit, die Familie aus Weißrussland finanziell zu unterstützen.

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