Bresegard bei Picher : Jagdpächter hat Wölfe in Verdacht

Horst Lehmann will nun versuchen, die Wölfe mit seiner Kamera  vor die Linse zu bekommen, als Beweis. Fotos: Thorsten Meier/Privat
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Horst Lehmann will nun versuchen, die Wölfe mit seiner Kamera vor die Linse zu bekommen, als Beweis. Fotos: Thorsten Meier/Privat

In Bresegard bei Picher sind Ende April drei tote Rehe gefunden worden. Der 71-jährige Horst Lehmann vermutet, dass Wölfe dafür verantwortlich sind. Er will die Tiere nun mit einer Kamera überlisten.

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03. Mai 2013, 06:21 Uhr

Bresegard Bei Picher | Horst Lehmann ist mehr als nur beunruhigt, er ist besorgt. "Innerhalb von nur drei Tagen wurden bei uns drei Wildtiere gerissen. Ich denke, dass es Wölfe waren", berichtet der 71-Jährige, der Mitpächter einer Jagdgemeinschaft mit eigenem Revier ist. Ein Reh sei am 30. April auf der Wiese nahe eines Gatters zwischen Nielser Weg und Redefiner Straße tot aufgefunden worden. "Das getötete Tier war etwa 600 Meter weiter in eine Deckung transportiert worden, nicht gezerrt, sondern getragen. Das ist arttypisch für den Wolf, das machen kleine Raubtiere, wie der Fuchs nicht. Auch für Hunde ist das wohl kaum zu schaffen", meint der in Lübeck Aufgewachsene weiter. Vor 13 Jahren ist der gebürtige Wiener nach Bresegard gezogen, um der Jagd zu frönen. "Am gleichen Tag fanden wir auch im Gatter ein gerissenes Stück Damwild. Ein Tag später, also am 2. Mai, stießen wir dort auf ein schwer verletztes Tier, das jedoch schon bald darauf seinen Wunden erlag", berichtet Lehmann. "Bei der Untersuchung der Bisswunden fiel mir der Zahnabstand von sieben bis acht Zentimetern auf. Das spricht für einen großen wie starken Kiefer. So, wie ihn Wölfe besitzen."

Über seine Vermutungen hat der Wahl-Bresegarder auch schon mit Axel Paul vor der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim am Telefon gesprochen. "Er hat mir gesagt, dass es nicht auszuschließen sei, dass entweder große Hunde oder gar Wölfe die Tiere gerissen haben könnten", erinnert sich Lehmann an das Telefonat. Nachfragen unserer Zeitung bei Axel Paul bestätigen diese Version. "Die Entfernung von Lübtheen, wo es ja nachgewiesener Maßen zwei Tiere gibt, bis nach Bresegard bei Picher, ist in der Tat für Wölfe tatsächlich nur ein Katzensprung. Sie sind ausdauernde und sehr gute Läufer, die locker 50 Kilometer und mehr in einer Nacht schaffen könnten. Doch ob es nun tatächlich Wölfe waren, kann ich natürlich vom grünen Schreibtisch aus nicht beurteilen", so Paul gestern gegenüber SVZ. Die Beweislage sei bei Wölfen immer schwierig: "Ein zweifelsfreier Nachweis ist nur über einen Gen-Test möglich."

Da die streng geschützten Wölfe häufig mehrere Nächte hintereinander dorthin zurückkehren, wo sie erfolgreich Beute gemacht haben, um dort zu fressen, will Horst Lehmann nun versuchen, die Tiere mittels einer Kamera zu überlisten. "Ich will einen Fotonachweis. Dafür haben wir eine fahrbare Jagdkanzel mitten in das Wildgatter gezogen. Ich hoffe, dass mir das Jagdglück hold ist, und ich ihn so vor die Linse bekomme."

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