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Hagenower Kreisblatt

20. November 2017 | 09:04 Uhr

Irrsinn: Mit 180 durch die Baustelle

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jul.2013 | 08:07 Uhr

Gallin/Stolpe | Eigentlich war der Gipfel der Raserei an der A 24-Brückenbaustelle mit Geschwindigkeiten um die 130 km/h bei 60 erlaubten Sachen schon vor Wochen erreicht. Seit Sonnabend stimmt das nicht mehr. Da "flog" der Fahrer eines Audis (Kombi) mit unglaublichen 180 km/h durch die enge Baustelle, und das am Vormittag um 9.30 Uhr. Die Autobahnpolizei gab den Vorfall erst gestern nach sorgfältiger Prüfung bekannt. "Die Dimension der Raserei ist auch für uns neu, bekannte Polizeihauptkommissar Mathias Ehlert von der Autobahnpolizei. Auf die Frage, was dem Fahrer nun droht, konnte er nur eine ungefähre Antwort geben, weil der aktuelle Bußgeldkatalog bei einer Überschreitung um 70 km/h schlicht aufhört. "Mindestens 600 Euro, drei Monate Fahrverbot und vier Punkte. Ich bin mir aber sicher, dass die zuständige Bußgeldstelle des Landkreises eine vierstellige Summe als Strafe verhängen wird. Grundsätzlich ist das bis zu einer Summe von 1500 Euro ja möglich. Denn bei dieser Geschwindigkeit, bei der umfangreichen Ausschilderung der Baustelle und bei den Sichtverhältnissen kann man wohl davon ausgehen, dass der Fahrer mit Vorsatz gehandelt hat." Sollte es durch einen Widerspruch zu einem Verfahren vor einem Gericht kommen, sind noch ganz andere Strafen möglich. Bei einer ersten Kontrolle am vergangenen Freitag hatte die Polizei 777 Geschwindigkeitsübertretungen registrieren müssen. Gemessen wurden im Zeitraum zwischen 7.15 Uhr bis 12 Uhr insgesamt 3.912 Fahrzeuge, die in Fahrtrichtung Berlin unterwegs waren. In der auf 60 km/h Höchstgeschwindigkeit beschränkten Baustellenzone war ein PKW mit 125 km/h der Schnellste. Dem betreffenden Autofahrer droht jetzt unter anderem ein mehrmonatiges Fahrverbot sowie ein Bußgeld und Punkte in Flensburg. Weitere 22 Autofahrer waren schneller als 100 km/h und müssen deshalb mit einem einmonatigen Fahrverbot rechnen. 171 Fahrzeugführer waren im Bußgeldbereich. Unter den 777 Übertretungen waren auch 57 LKW und 3 Busse. Auch die Kontrolle am Sonnabend an gleicher Stelle brachte keine besseren Ergebnisse. Hier hat die Polizei sogar 999 Geschwindigkeitsüberschreitungen registrieren müssen. Davon waren wieder 18 Fahrzeuge schneller als 100 km/h, der Schnellste diesmal mit den schon beschriebenen 180 km/h. Weitere 206 Fahrzeugführer müssen mit einem Bußgeld rechnen. Und wieder waren 10 LKW und 5 Busse dabei.

Angesichts dieser Ergebnisse bekräftigte die Polizeiführung der Region gestern, dass gerade auch an dieser Stelle weiter kontrolliert werde. "Hier geht es um die Sicherheit, um die der Bauleute aber auch um die aller Verkehrsteilnehmer auf der A24. Da werden wir keine Kompromisse zulassen", so Polizeidirektor Hans-Peter Günzel, der Chef der Polizeiinspektion.

Kreuzgefährlich war gestern auch eine Situation auf der A 24 nahe Parchim.

Dort hatte der Fahrer eines mit Kohlenstaub beladenen Gefahrguttransporters einfach auf dem Seitenstreifen ohne jede Absicherung seine Lenkpause gemacht.

Beim Eintreffen der Polizei stand der Mann bereits seit 38 Minuten dort. Er war gerade dabei seine Fußmatten zu waschen. Die etwa 5 Kilometer bis zum Rasthof Stolpe hätte er nach eigenen Angaben nicht mehr geschafft. Bei der weiteren Fahrzeugkontrolle ließ der Mann versehentlich den Fahrzeugschlüssel in der Fahrerkabine und schloss die Tür, so dass eine Spezialfirma zur Fahrzeugöffnung gerufen werden musste. Die Beamten der Polizei in Stolpe sicherten die Stelle bis zur Weiterfahrt des 42-Jährigen ab.

Der muss nun mit erheblichem Ärger rechnen, weil er natürlich den nächsten Rastplatz hätte anfahren müssen. Kohlenstaub kann unter Umständen hoch explosiv sein.

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