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Hagenower Kreisblatt

14. Dezember 2017 | 01:58 Uhr

Hagenow : Interview mit einem Zeitzeugen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Gymnasiasten sprachen gestern mit Siegfried Wehrhoff, der im Alter von 25 Jahren über die Elbe in den Westen flüchtete

von
erstellt am 24.Sep.2014 | 15:30 Uhr

Kurz vor dem Mauerfall, am 8. Juni 1989, hat Siegfried Wehrhoff (50) bei Privelack die DDR-Todesgrenze überwunden, schwamm durch die Elbe und ist in der Nacht gegen 1 Uhr auf einem Bauernhof im niedersächsischen Drethem (Ortsteil der Gemeinde Neu Darchau im Landkreis Lüchow-Dannenberg) im Westen Deutschlands angekommen. Seine Flucht war höchst gefährlich. Seinem Freund Maik ist sie nicht gelungen, frierend und übernächtigt nahmen ihn am nächsten Morgen DDR-Grenzsoldaten hinter dem Todeszaun am Ufer der Elbe fest.

Die Schüler der achten bis zehnten Klassen vom Schüler TV des Gymnasiums lauschten gestern den Worten des Zeitzeugen sehr genau. Sie konnten sich einfach nicht vorstellen, dass es mitten in Deutschland eine Zeit gab, in der die meisten DDR-Bürger nur in Richtung Osten fahren durften und der Besuch aus dem Westen auch noch „Eintritt“ in Form eines Zwangsumtausches zur Devisenbeschaffung zahlen musste.

Mirko Schütze, Projektleiter der Sophie-Medienwerkstatt, leitet die Gymnasiasten bei den Medienprojekten an. „Steffen und Johann haben für das Interview mit Siegfried Wehrhoff die Fragen formuliert. Schüler der achten bis zur elften Klasse sind beim Schüler TV mit dabei. Wir sind immer auf der Suche nach interessanten Themen, die wir umsetzen können. Und weil das Thema ,25 Jahre Mauerfall’ höchst aktuell ist, wollen wir jetzt von Zeitzeugen mehr erfahren. Deshalb haben wir den Zeitzeugen eingeladen“, sagt Mirko Schütze gestern im SVZ-Gespräch.

Siegfried Wehrhoff ist in Hagenow geboren, verlebte seine Jugend in Lübtheen und Jessenitz. Mit seinem besten Freund Maik plante er unter größter Geheimhaltung die Flucht. „Als Honecker verkündete, dass die Mauer noch 100 Jahre bestehen bleibt, war das für mich der Anlass, rüber zu gehen. Ich wollte einfach mehr vom Leben haben. Heute finde ich es wichtig, dass wir als Zeitzeugen den jungen Leuten erklären, wie wir damals gelebt haben“, sagte Wehrhoff gestern.

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