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Feuer in Flüchtlingsunterkunft : Internes Zündeln in Horster Wohnheim

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

63 Bewohner in Flüchtlingsunterkunft evakuiert / Kein fremdenfeindlicher Hintergrund – Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung innerhalb der Einrichtung

von
erstellt am 25.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Nach einem Brand in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Horst bei Boizenburg steht nun fest, dass Unbekannte  innerhalb des Geländes das Feuer gelegt haben müssen.  Ein Kriminaltechniker der Kriminalpolizeiinspektion Schwerin und ein Brandursachenermittler gehen davon aus, dass der oder die  Täter   eine im ersten Obergeschoss abgestellte Matratze vorsätzlich entzündet wurde. Dass sich zum Tatzeitpunkt unbefugte Personen auf dem Gelände  befunden haben, schließt die Polizei aus. Die Einrichtung sei umfriedet und werde ständig durch einen Sicherheitsdienst bewacht. Beschädigungen an den Zäunen wurden nicht festgestellt.

 Das Feuer war Sonnabendfrüh in einem Wohnblock ausgebrochen. Laut Polizei mussten 63 Menschen evakuiert werden. Warum es gegen drei Uhr morgens zu dem Vorfall kam, konnten die Beamten zunächst nicht sagen.  Die Kriminalpolizei hatte aber sofort Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung aufgenommen.

Die betroffene obere Etage des Hauses war zu der Zeit des Ausbruchs unbewohnt, so die Beamten. Die in der unteren Etage untergebrachten Bewohner mussten nur für die Dauer der Löscharbeiten evakuiert werden. Es sei niemand mehr in Gefahr gewesen, als die Feuerwehrleute eintrafen, so Reinhold Tiede, Stadtwehrführer von Boizenburg. Seine Truppe unterstützte die 20 Kameraden der zuständigen Nostorfer Ortswehr mit 30 Leuten.  Innerhalb von knapp zwei Stunden war der Brand gelöscht. Laut Reinhold Tiede sollen vor Ort zunächst bereits  Feuerlöscher gegen die Flammen eingesetzt worden sein. Die Kameraden gingen dann sofort nach Eintreffen unter Vollschutz ins Gebäude und löschten mit Wasser.

Nach Aussage des Wehrführers wurde der Bereich in der oberen Etage gerade renoviert. Das Inventar lagerte zu dieser Zeit auf dem Flur. Und dort habe es auch gebrannt. „Es war aber noch ein Entstehungsbrand“, sagt Reinhold Tiede. Die Flammen hätten noch nicht aus den Fenstern geschlagen, sondern lediglich Rauch.

Die evakuierten Bewohner konnten nach den Löscharbeiten wieder in ihre Zimmer  zurückkehren. Nach ersten Aussagen der Polizei wurde durch das Feuer oder die Rauchgase niemand verletzt. Doch schon am Abend meldete sie, dass ein Mitarbeiter der Erstaufnahmeeinrichtung, der den Brand feststellte,  eine leichte Rauchgasvergiftung erlitt. Der Sachschaden beträgt etwa 20000 Euro. Die Verantwortlichen der Einrichtung  waren am Wochenende nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

 

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