„Unser Dorf hat Zukunft“ : In Strohkirchen ist der Zusammenhalt wichtig

Hoch auf dem grau-roten Wagen: Mit dem alten MTW der Feuerwehr wird die Jury durch Strohkichen gefahren.
Hoch auf dem grau-roten Wagen: Mit dem alten MTW der Feuerwehr wird die Jury durch Strohkichen gefahren.

„Unser Dorf hat Zukunft“-Jury war in Strohkirchen und Hoort unterwegs – jetzt sind alle Kandidaten aus Amt Hagenow-Land besichtigt

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26. April 2018, 21:00 Uhr

Das Interesse an dem Wettbewerb hat offenbar nachgelassen. Aber die Gemeinden, die noch mitmachen, sind mit vollem Eifer dabei. Aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim haben sich insgesamt 27 Kommunen für die 10. Auflage des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden“ angemeldet. Vor vier Jahren, bei der vorangegangenen Wettbewerbsrunde, waren es noch 43 der 147 Gemeinden im Kreis.

Ein Grund für die Zurückhaltung der Dörfer könnte natürlich der Aufwand sein, der mit dem Wettbewerb verbunden ist. So muss die Teilnahme erst einmal in der Gemeindevertretung beschlossen, dann eine Bewerbungsmappe erstellt und später die Gemeinde einer Jury vorgestellt werden. Für die ehrenamtlichen Bürgermeister eine zusätzliche Belastung. Andere, die schon öfter an dem Wettbewerb teilgenommen haben, bemängeln aber auch die Auswertung. „In meiner Amtszeit sind wir schon mehrfach angetreten. Am Ende bekommt man dann nur die Platzierung mitgeteilt. Um besser werden zu können, würde ich aber auch gerne wissen, warum es nicht gereicht hat, eine Runde weiterzukommen“, meint Bärbel Romanowski, Bürgermeisterin in Strohkirchen. Dennoch hat sie ihre Gemeinde, mit Zustimmung der Gemeindeverteter, erneut in das Rennen um den Titel „schönstes Dorf“ geschickt. „Wir haben lange überlegt. Strohkirchen kann nicht mit einem Konsum, Frisör oder Arzt punkten. Aber wir haben in den vergangenen Jahren viele Fördermittel bekommen und wollten zeigen, wofür wir sie ausgegeben haben. Außerdem stärkt der Wettbewerb den Zusammenhalt im Dorf“, ist sich Bärbel Romanowski sicher.

Und mit diesem Zusammenhalt möchte die Bürgermeisterin Sympathien bei der Jury wecken. Das Bewertungsgremium, unter anderem Vertreter des Landkreises, des Bauernverbandes und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestmecklenburg, nahm das Dorf am Mittwoch genau unter die Lupe - als einen der letzten Kandidaten aus dem Amt Hagenow-Land. Sechs Gemeinden aus dem Amt hatten sich insgesamt beworben. „Wir sehen uns heute Strohkirchen und danach Hoort an. Dann haben wir alle Bewerber aus dem Amt Hagenow-Land gesehen“, so Ralf Müller vom Fachdienst Regionalmanagement und Europa des Landkreises. Bis zum 1. Juni werden alle Kandidaten im gesamten Kreis angesehen, die Auswertung erfolgt bis zum 30. Juni.

Dabei bewertet die Jury fünf Themenfelder, die unterschiedlich gewichtet werden. Punkte gibt es unter anderem für soziale und kulturelle Aktivitäten, die Baugestaltung oder die Entwicklung der Gemeinde. Die drei Dörfer mit den höchsten Punktzahlen, maximal sind es 100, nehmen dann am Wettbewerb auf Landesebene teil.

Ob sich Strohkirchen dafür qualifiziert, ist für Bürgermeisterin Bärbel Romanowski zweitrangig. „Der Zusammenhalt im Dorf zählt, auch bei dem Wettbewerb.“ Mehr als 20 Strohkirchener hatte die Bürgermeisterin mobilisiert, allein für die zwei Stunden, die die Jury im Dorf unterwegs war. „Einige haben sich extra frei oder Urlaub genommen, um dabei zu sein. Bei uns ist es eben noch so: Wenn man die Leute anspricht und um Hilfe fragt, sagt keiner nein.“

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