Amt Neuhaus : In Stixe sieben Lämmer und ein Schaf gerissen

Die Wölfe sind zurück in Mecklenburg und Niedersachsen.
Die Wölfe sind zurück in Mecklenburg und Niedersachsen.

DNA-Spuren werden untersucht, um Gewissheit zu haben /Elektrozaun und Fotofalle aufgebaut

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03. Juni 2015, 08:00 Uhr

Ein trauriger Anblick bot sich Tierhaltern aus Stixe: sieben Lämmer und ein ausgewachsenes Schaf lagen tot im Pferch. Ein Lamm war halb aufgefressen, die anderen durch Bisse getötet. Die Vermutung, dass ein Wolf die Schafe gerissen hat, liegt nahe, ist aber noch nicht bewiesen.

Am Donnerstag vergangener Woche war dann Matthias Holsten von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises in Stixe. Er ist außerdem ehrenamtlicher Wolfsberater und führte mit den Tierhaltern ein Beratungsgespräch. Ein Elektroschutzzaun wurde zur Verfügung gestellt. Gestern kamen noch zusätzlich Pfähle und Draht hinzu und eine Kamera wurde an den Zaun gehängt, wie Katrin Holzmann von der Pressestelle des Landkreises mitteilte. DNA-Spuren werden jetzt vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) untersucht, denn auch wildernde Hunde reißen Schafe. Schäfer Klaus Seebürger ist sich ziemlich sicher, dass ein Wolf die Tiere gerissen hat. Einen Tag vor dem Vorfall in Stixe hat ein erwachsener Wolf ein Lamm aus einer seiner Herden herausgeschleppt. Sein Mitarbeiter habe gerufen und mit den Armen gefuchtelt, was den Wolf nicht weiter gestört habe.

Seebürger hat seit 2007 immer mal wieder mit Wolfsattacken auf seine Schafe zu tun. Er rät zur Gelassenheit, der Wolf sei streng geschützt und man müsse sich arrangieren. Seebürger würde sich allerdings wünschen, dass die Bevölkerung sachlich aufgeklärt wird und die entsprechenden Behörden von Niedersachsen und Mecklenburg zusammenarbeiten. Und „Problemwölfe“, die sich zu nah an Siedlungen aufhielten und ihre Scheu vor Menschen verlieren würden, müssten dann auch seiner Ansicht nach für den Abschuss freigegeben werden.

Die Meinungen zwischen Wolfsbefürwortern und Wolfsgegner gehen sehr weit auseinander und Diskussionen werden zum Teil recht aggressiv geführt. Niedersachsen will mit seinem Wolfsmonotoring und seinem Wolfsmanagement ein friedliches Nebeneinander erreichen. Tierhalter werden bei nachgewiesenen Wolfsrissen entschädigt und bekommen für Schutzmaßnahmen finanzielle Unterstützung. Wer in der „Wolfsrichtlinie“ nachliest, wer wann etwas wofür beantragen kann, sieht die Last bei den Tierhaltern. Schutzzäune bauen, Schutzhunde ausbilden, Anträge stellen...

Die Tierhalter in Stixe sperren ihre Schafe jetzt nachts in den Stall, zusammen mit ihren Hunden. Die haben in der Nacht zu gestern fürchterlich gebellt und die Pferde waren unruhig. Möglich, dass der Wolf wieder da war, möglicherweise tappt er in die Fotofalle. Ein mulmiges Gefühl bleibt.

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