Wittenburg : In Mühlenstadt nervt nur die A 24

Die A 24 bei Wittenburg ist laut Lärmkartierung der einzige Ort, wo es was auf die Ohren gibt.  Fotos: Thorsten Meier/Mayk Pohle
Die A 24 bei Wittenburg ist laut Lärmkartierung der einzige Ort, wo es was auf die Ohren gibt. Fotos: Thorsten Meier/Mayk Pohle

Stadt Wittenburg wird keinen Lärmaktionsplan aufstellen, da er nicht notwendig ist, so ein Beschluss der örtlichen Volksvertreter

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12. Februar 2018, 05:00 Uhr

Lärm macht krank. Dafür braucht es keine wissenschaftlichen wie medizinischen Untersuchungen, denn das ist eine unumstößliche Tatsache. Die Weltgesundheitsorganisation belegt: Bei Menschen, die durch Lärmbelästigungen unter Schlafstörungen leiden, steigt das Risiko für Allergien, Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Migräne erheblich. Unsere Umwelt ist heutzutage Allesmögliche, nur nicht mehr still. Durch den stetigen Anstieg des alltäglichen Kraches um uns herum, hat sich der Schutz der Bevölkerung vor Lärm zu einer der wichtigsten wie vordringlichsten Pflichtaufgaben im kommunalen Umweltschutz entwickelt.

„Für das Amt Wittenburg erfolgte die erstmalige Lärmkartierung durch den TÜV Nord im Juni 2012. Dabei wurde damals die Belastung durch Lärm für Hauptverkehrsstraßen mit über drei Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr analysiert. Herausgefunden wurde: Für unser Amt betrifft dies lediglich die A 24. Die Wirtschaft im gesamten Amtsgebiet hält die Grenzwerte ein. Da die Lärmkarten alle fünf Jahren überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden müssen, haben wir im August des letzten Jahres neue Ergebnisse übermittelt bekommen. Auch sie weisen lediglich die Bundesautobahn als einzig relevante Lärmquelle aus“, berichtet Jana Berger als Leiterin für Bürgerdienste und Bau in einem SVZ-Gespräch. Die Daten des Berichtsbogens vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg sowie die entsprechende Lärmkartierung seien vom 23. Oktober bis 11. Dezember des vergangenen Jahres in der Stadtverwaltung ausgelegt worden, um der Öffentlichkeit eine Beteiligung zu ermöglichen. „Es wurden jedoch keinen Stellungnahmen abgegeben“, betont Jana Berger. Die örtliche Stadtvertretung habe schließlich auf Grundlage der vorliegenden Fakten erneut darauf verzichtet, einen Lärmaktionsplan aufzustellen.

„Die EG-Umgebungslärmrichtlinie sowie das Bundesimmissionsschutzgesetz sollen gesundheitsschädliche Auswirkungen von Umgebungslärm auf Menschen untersuchen, um notfalls Gegenmaßnahmen zu entwickeln“, erklärt Vivien Lau, Mitarbeiterin im Bauamt. Kommunen seien daher verpflichtet, bei erheblicher Betroffenheit der Bevölkerung an Hauptverkehrsstraßen Lärmaktionspläne aufzustellen.

Auch die Gemeindevertretung Wittendörp hat auf ihrer jüngsten Zusammenkunft beschlossen, dass es nicht notwendig sei, ein solches Papier auf die Beine zustellen. Denn die geringe Lärmbetroffenheit sei außer an der A 24 in der Gemeinde als unerheblich einzustufen.

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