Flüchtlinge in Hagenow : In Hagenow eine Heimat gefunden

Youssef, seine Frau Rana und ihr Sohn Ahmad fühlen sich in Hagenow wohl.
Youssef, seine Frau Rana und ihr Sohn Ahmad fühlen sich in Hagenow wohl.

AWO betreut rund 300 Geflüchtete: Für Youssef und Rana aus Syrien ging mit der Geburt ihres Sohnes Ahmad ein Traum in Erfüllung

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19. Januar 2018, 05:00 Uhr

Ihr Sohn, der kleine Ahmad, kam Anfang Januar 2018 in Hagenow zur Welt. Die Geburt ihres Kindes im mecklenburgischen Kleinstädtchen und fernab der syrischen Heimat Aleppo ist ein wichtiger Schritt von Youssef (30) und Rana Alkhalaf (29) in Richtung Integration. Beide sind nach der Flucht vor Krieg und Zerstörung jetzt hier angekommen.

Rückblick: In der Universität von Aleppo lernten sich die jungen Syrer kennen und lieben. Das war im Jahr 2008. Sieben Jahre später heirateten sie in Syrien. Nur wenige Monate später flüchtete Youssef nach Deutschland.

„Ich konnte nicht in Syrien bleiben. Die Regierung verlangte von mir, in die Armee zu gehen. Doch das ist für mich sehr schwierig. Beide Gruppen, die sich in meiner Heimat gegenüberstanden, die Anhänger von Assad und seine Gegner, machen eine falsche Politik. Auch mit dem IS habe ich keine Sympathie“, erzählt der ausgebildete Elektro-Ingenieur seinen Standpunkt, nicht die Waffe in die Hand nehmen zu wollen, gegen keinen Menschen. Dabei besticht das gute Deutsch, das er spricht. Noch vor ein paar Monaten brachte er kein einziges deutsches Wort über seine Lippen. Das hat sich geändert, es sprudelt nur so aus ihm heraus. Im SVZ-Gespräch erzählt er aus seinem Leben, dem Leben seiner Frau und er spricht über die Situation in seiner Heimat. Er habe die Zerstörungen in Aleppo miterlebt. Er verlor seine Arbeit, seine Wohnung, sein Auto. Und er sei froh gewesen, als er nach Deutschland flüchten konnte, ist weiter von ihm zu erfahren.

Am 15. September 2015 kam Youssef als Flüchtling in Hamburg an. Nach einem Monat ging er nach Bremen, wo die Bearbeitung seiner Angelegenheit, wie er sagt, sehr lange dauerte. „Ein Freund sagte mir, dass das Verfahren in Mecklenburg schneller geht, so bin ich erst nach Dodow und dann nach Horst gegangen. Nach zwei Wochen hatte ich die Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre bekommen“, erinnert sich der junge Syrer.

Für die Betreuung der Flüchtlinge war die AWO zuständig. In Dodow lebten damals 28 Flüchtlinge. „Dort lernte ich Youssef kennen. Wir unterstützen die Flüchtlinge bei vielen Fragen des täglichen Lebens“, sagte die AWO-Migrationssozialberaterin Erika Deetz. Die Beratungsstelle betreut rund 300 Geflüchtete. Im Rahmen des Familiennachzuges kam seine Frau Rana am 23. Januar 2017 nach Deutschland. Er sei so glücklich darüber gewesen, dass es für ihn so wie ein Geburtstag sei, dass seine Frau jetzt auch hier sein darf. Die persönliche Krönung der Integrations-Bemühungen des jungen Mannes ist ein Arbeitsvertrag, den er bekommen hat. Während Vater Youssef ab dem 1. Februar in Hamburg als Programmierer beginnt zu arbeiten – übrigens bei einem Hagenower Unternehmer – wird sich Rana um den kleinen Sohn Ahmad kümmern. Beide sind zufrieden hier, nicht zuletzt Dank der Unterstützung durch die AWO-Migrationssozialberatung.

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