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Hagenower Kreisblatt

23. November 2017 | 08:51 Uhr

Boizenburg : „In der Ruhe liegt die Kraft“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bürgermeister Harald Jäschke nimmt auf Facebook und gegenüber der SVZ Stellung zur Absage der Entbuschung

svz.de von
erstellt am 21.Mai.2015 | 12:25 Uhr

„Als ich 2013 mit Herrn Rohr vom StALU auf dem Deich vor Boizenburg stand und das Wasser immer höher stieg, da glaubte ich wie er ganz fest daran, dass der starke Bewuchs an beiden Uferseiten schuld daran ist.“ 40 Zentimeter war der Elbpegel damals höher, als alle Berechnungen vorausgesagt hatten. Irgendeine Ursache dafür musste es ja geben. Der Bürgermeister setzte sich wie das StALU dafür ein, dass in dem Gebiet beim Abschlusswehr der Sude, wo die Elbe sich verengt, auf fünf Hektar Büsche und Unterholz abgenommen werden. Trotz des massiven Protests von Umweltschützern.

Die Summe von 66  500 Euro, die die Entbuschung kosten sollte, wurde schon fest in den Investitionsplan des StALU für 2015 aufgenommen. Doch dann kam das Gutachten der Bundesanstalt für Gewässerkunde, mit dem Ergebnis, die Reduzierung des Unterholzes in diesem Bereich würde den Elbepegel bei Hochwasser nur zwei bis drei Zentimeter senken. Jäschke bezweifelte zunächst die Richtigkeit. Doch dann wurde in der Kommunalen Hochwasserpartnerschaft Elbe, zu deren Vorstand der Bürgermeister gehört, noch eine Berechnung der Uni Dresden bekannt, nach der im Anschluss der Entbuschung eines Seitenarms der Elbe eine Senkung des Wasserpegels um 30 Zentimeter erhofft wurde. Dieser Seitenarm ist aber bei Hochwasser nur 300 Meter breit und vollständig zugewachsen. Die Elbe an der betreffenden Stelle bei Boizenburg ist bei Hochwasser jedoch drei Kilometer breit und nur an den Seiten bewachsen. Also kann man auch nur höchsten ein Zehntel der Pegel-Reduzierung erwarten.

Bei den Facebook-Kommentaren zum SVZ-Artikel wird unter anderem die Meinung vertreten, dass man bis zu einer Deichverlegung oder anderen Maßnahmen wie der Schaffung von zusätzlichen Poldern, die Jahre dauern werden, auch mit kleinen Maßnahmen die Region verteidigen müsse. Es dürfe nicht zu spät gehandelt werden.

Der Bürgermeister antwortete:

„Als Mitglied des Vorstandes der kommunalen Hochwasserpartnerschaft Elbe weiß ich, dass im Oberlauf, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg einiges getan wird, um den Scheitel durch Polder oder gesteuerte Rückhaltebecken zu kappen und so das Hochwasser nicht zu hoch werden zu lassen.

Alle diese Maßnahmen kosten Zeit und Geld, aber man hat erkannt, dass sie notwendig sind. In der Ruhe liegt die Kraft.“

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