Wittenburg : In 27 Minuten zur neuen Schule

Das bekannte Bild: Auch bei ihrer zweiten Sitzung in der Turnhalle hieß es für die Stadtvertreter, Abstand halten. Im Gegensatz zur Sitzung vor zwei Wochen dauerte die Tagung nun aber lediglich 27 Minuten.
Das bekannte Bild: Auch bei ihrer zweiten Sitzung in der Turnhalle hieß es für die Stadtvertreter, Abstand halten. Im Gegensatz zur Sitzung vor zwei Wochen dauerte die Tagung nun aber lediglich 27 Minuten.

Wittenburger Stadtvertreter beschließen in Blitzsitzung Entwurf für An- und Umbau an der Grundschule am Friedensring

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09. April 2020, 05:00 Uhr

Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig. Eine andere Wahl hatten sie aber offenbar nicht. Und so haben sich die Stadtvertreter von Wittenburg trotz der aktuellen Situation aufgrund des Coronavirus am Dienstagabend nur knapp zwei Wochen nach ihrer geplanten Märzsitzung erneut in der Sport- und Mehrzweckhalle in der Lindenstraße getroffen. Grund für die außerplanmäßige Sitzung war dabei ein zu fassender Beschluss über die Entwurfsplanung zum Ausbau der Grundschule am Friedensring. „Die Entwurfsplanung bildet die Grundlage für die Erstellung der Genehmigungsplanung (Bauantrag). Beide sind zwingend erforderlich, um das Vorhaben weiter voran bringen zu können“, heißt es dazu von der Verwaltung in der Beschlussvorlage.

Zur Diskussion, die nicht stattfand, stand dabei der Entwurf eines Neubrandenburger Planungsbüros, den Christoph Horstmann vorstellte. „Es ist nun das aktuelle Modell der Grundschule. Der Freianlagenbereich ist mit dazu gekommen“, so der Architekt. Nachdem sich die Stadt im August 2018 für eine Ausbauvariante entschieden und Gespräche mit den zuständigen Ministerien geführt hatte, war von Seiten des Landes gefordert worden, die Freiflächen in die Gesamtplanung mit einzubeziehen. Die Planer mussten deshalb ihren Entwurf noch einmal überarbeiten. Dieser sieht nun vor, dass das Grundstück der Grundschule um sieben Meter erweitert wird, um einen Rettungsweg anbieten zu können. Außerdem sollen die Schüler über eine großzügige Treppenanlage in den Außenbereich gelangen.

Auch im jetzigen Schulgebäude wird sich einiges ändern, so soll der Innenhof überdacht und später als Essenraum genutzt werden. „Das Bestandsgebäude ist aber grundsätzlich in gutem Zustand“, erklärte Christoph Horstmann. Es würden nur oberflächliche Sanierungsmaßnahmen fällig, beispielsweise Malerarbeiten und neue Sanitäranlagen. Zudem soll im Keller ein Durchbruch zum noch zu errichtenden Neubau erfolgen.

„Das Kellergeschoss des Altbaus ist durch die Gegebenheiten des Geländes auf Höhe Erdgeschoss des Neubaus. Durch einen Aufzug wird er barrierefrei. Alle Baumaßnahmen sind bei laufendem Schulbetrieb geplant“, so der Architekt.

Nach dem Anbau wird die Grundschule am Friedensring über 16 Klassenräume, drei Hort- und drei Diagnoseförderklassenräume verfügen. Zusätzlich sind unter anderem Gruppenarbeitsräume, eine Schülerküche, eine Bibliothek sowie ein Computerfachkabinett geplant. Dafür haben die Architekten Kosten von rund 12 Millionen Euro veranschlagt.

„Wir rechnen aber mit 8,4 Millionen Euro Fördermitteln“, sagt Wittenburgs Bürgermeisterin Margret Seeman. Die Stadt hat das Projekt als wichtigste Investitionsmaßnahme im Haushalt 2020 eingestellt. Der Ausbau der Grundschule sei unbedingt nötig. „Wir bekommen die Kinder ansonsten nicht mehr unter.“

Offenbar sind sich die Stadtvertreter und die Bürgermeisterin in diesem Punkt und auch darüber einig, dass schnell gehandelt werden muss. Ohne große Diskussionen stimmten alle anwesenden Mitglieder des Gremiums zu, den Entwurf als Grundlage für den Bauantrag zuzulassen. Die Sitzung konnte somit in Rekordzeit beendet werden.

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