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Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 11:37 Uhr

Deichschau : Immer wieder Stopp am Querriegel

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Erste Deichschau im Herbst nahm die Strecke von Wehningen bis nach Darchau in Augenschein / Auch Rückstaudeiche „beschaut“

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2014 | 13:38 Uhr

Der Ablauf ist immer der Gleiche: die Teilnehmer der Deichschau trudeln am Löcknitz-Wehr ein, der Schauführer vom Landkreis - am vergangenen Mittwoch war das Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer - und Deichverbandsvorsteher Hans Ebeling begrüßen, es gibt einen „Schluck“ und los geht es mit strammen Schritt. Doch schon wenige hundert Meter später stoppt die Prozession immer an der gleichen Stelle am ersten Querriegel und es zeigt sich überdeutlich der Konflikt zwischen Naturschutz und Hochwasserschutz.

Nach Meinung des Deichverbandes muss dieser Querriegel dringend beseitigt werden. Die Forderung ist wohl schon einige Jahre alt. „Bei jedem Hochwasser haben wir gesehen, dass die volle Strömung hier zwischen Querriegel und Deich entlang fließt“, so Jürgen Sahs, Geschäftsführer des Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverbandes. „Es würde schon etwas nützen, wenn wenigsten ausgelichtet werden würde.“

Ortrun Schwarzer von der Biosphärenreservatsverwaltung unterstrich, dass es sich hier um einen besonders geschützten Hartholzauerest handele. Das habe ein unabhängiger Gutachter so festgestellt. Jetzt müsse noch an Hand des 2D-Abfluss- Modells belastbar überprüft werden, wie die Srömungsverhältnisse genau sind.

„Wir waren doch schon mal weiter und waren überein gekommen, dass die Bäume stehen bleiben und wenigsten der untere Aufwuchs geschnitten wird“, so Hans Ebeling. „Wann kommen wir den hier endlich zu Potte?“

Stefan Bartscht vom Fachdienst Umwelt beim Landkreis versuchte zu beschwichtigen. „Die Maßnahme ist im Gesamtkonzept enthalten. Jetzt werden erstmal die vorgezogenen Rückschnittmaßnahmen durchgeführt und dann müssen wir weitersehen, was wir vorziehen können. Denn das Gesamtkonzept wird ja erst 2016 greifen und es kann nicht sein, dass wir im nächsten Jahr nichts machen.“

„Seit Jahr und Tag halten wir an dieser Stelle und es wird immer komplexer. Ich kann es langsam nicht mehr fassen, denn der Handlungsbedarf ist doch da“, schaltete sich Sigrid Dunkel-Schnelle ein, die im Vorstand des Deichverbands vertreten ist. Johannes Haker meinte, für die Verantwortlichen sei die Erfahrung nichts wert. Man stelle die Berechnung vor die Beobachtung.

Nach dem Frühstück im Gasthof Holm ging die Diskussion weiter. Jürgen Krumböhmer mahnte Besonnenheit an. Nach langer Zeit habe man es geschafft, sich auf ein Verfahren zu einigen. Der Landkreis werde die Maßnahmen, für die er zuständig sei, auch durchführen.

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