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Hagenower Kreisblatt

11. Dezember 2017 | 23:52 Uhr

Warsow : Immer mehr Katzen verschwinden

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Besitzer vermissen ihre Tiere. Alleine in Warsow sind es zehn seit 2014. Professionelle Fänger werden vermutet

von
erstellt am 10.Mai.2016 | 21:00 Uhr

In den Dörfern südlich von Schwerin geht die Angst um Katzen um:  Nachdem die Schweriner Volkszeitung über das spurlose Verschwinden von Tieren in Mühlenbeck und Stralendorf berichtet hatte,  meldete sich gleich eine Gruppe  von besorgten Warsowern, die Ähnliches erlebt hat.

„Im Jahre 2014 besaßen wir bis zum Sommer noch acht Katzen auf dem Grundstück. Dann wurden es nach und nach immer weniger. Sie verschwanden und tauchten nie wieder auf. 2015 tummelten sich drei Katzen bei uns, davon sind mittlerweile zwei Tiere weg. Jetzt besitzen wir noch zwei Kater als Freigänger. Die lassen sich nicht einsperren“, berichtet Christine Geese. Nachfragen im Tierheim in Holthusen hätten bis dato nichts gebracht. Da sei bisher nichts aufgelaufen. „Anzeigen bei der Polizei haben wir leider nicht erstattet“, sagt die Warsowerin. Dann zeigt die 24-Jährige das Foto von Lucie, einer dreifarbigen Katze, die im März 2015 verschwand. „Ich habe selbst gedruckte Flyer in der Nachbarschaft verteilt, aber keiner hat sich gemeldet oder sie gesehen.“

Michael Lehmann, der Vater der jungen Frau, bedauert es mittlerweile, dass man sich nicht an die Polizei gewandt habe. „Ein Bekannter hat mir erzählt, dass auch in Alt Zachun ein Kater vor vier Wochen verschwunden ist. Es war auch ein Freigänger, was auf dem Dorf ja eigentlich die Regel ist. Da sperrt man Katzen nicht ein“,  erzählt der 57-Jährige.

Seit Herbst des vorigen Jahres vermisst Edeltraud Böttge aus dem Ringweg ihren Kater Max.  Zwei fremde Katzen, die sie ab und an gefüttert habe, seien auch nie wiedergekommen. „Wir haben überall nachgeschaut, aber nie etwas entdeckt. Das ist doch recht seltsam.“

Todtraurig sind auch Ilona und Fritz Schliese aus Schwerin-Wüstmark. Sie vermissen seit dem 3. April  ihren vier Jahre alten Kater Tabby, eine Samtpfote, die ihnen einst zugelaufen war. „Er ist  plötzlich über Nacht verschwunden. Im Internet habe ich  gruselige Geschichten von Katzenfängern recherchiert, die mit Duftködern und Körben die Katzen anlocken. Um sie  dann zu töten und an ihr Fell zu gelangen.“ Dass vielleicht sogar Katzen eingefangen würden, um sie zum Scharfmachen für Kampfhunde einzusetzen, will sich Ilona Schliese gar nicht bis in alle Einzelheiten ausmalen. „Das ist für mich ein sehr furchtbarer Gedanke.“

Auch ihre Ehemann Fritz findet den Gedanken schockierend. „Wie krank ist denn  diese Welt? Ich bin jedenfalls der festen Überzeugung, unser Kater wurde gezielt weggefangen. Von professionellen Dieben. Und wenn ich die Geschichten der anderen Besitzer so höre, dann ist mir das einfach zu viel Zufall“, betont der 72-Jährige. Er und seine Frau möchten auf diesem Wege all diejenigen ermuntern, die eine oder mehrere Katzen oder Kater vermissen, sich sofort  an die Polizei zu wenden. „Sie sollten in jedem Fall eine Anzeige erstatten, damit die Beamten handeln müssen.“

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