Amt Neuhaus : Im "Spargelfeld" versickert das Geld

<fettakgl>Das Werbeschild</fettakgl> wurde erneuert, das alte war beschädigt und grün. <foto>Maria Nielsen</foto>
Das Werbeschild wurde erneuert, das alte war beschädigt und grün. Maria Nielsen

Das Baugebiet "Spargelfeld" am Ortsrand von Neuhaus bietet Bauwilligen günstige Baugrundstück an. Allein, es will so recht keiner anbeißen. Bisher wurden von den 16 Grundstücken im Laufe der Jahre nur vier verkauft.

svz.de von
04. Januar 2013, 10:54 Uhr

Neuhaus | Ein voll erschlossenes Baugrundstück von 607 Quadratmetern für 18 210 Euro, das ist doch was. Oder ein größeres Stück von 837 Quadratmetern für 25 120 Euro. Das Baugebiet "Spargelfeld" am Ortsrand von Neuhaus bietet Bauwilligen wirklich günstige Baugrundstück an.

Allein, es will so recht keiner anbeißen, was sicherlich viele Ursachen hat: die fehlende Brücke, fehlende Arbeitsmöglichkeiten in der Nähe... Bisher sind von den 16 Grundstücken im Laufe der vergangenen Jahre nur vier verkauft worden. Der ehemalige Bürgermeister Dieter Hublitz machte den Anfang im Jahr 2004. Sein Bungalow stand eine ganze Weile allein auf weiter Flur, bis er 2007 Nachbarschaft bekam. Inzwischen steht ein drittes Haus und ein weiteres Grundstück wurde verkauft. Bleiben zwölf Grundstücke mit Größen zwischen 607 bis 964 Quadratmetern und Preisen zwischen 18120 Euro und 28920 Euro, die die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) noch an den Mann bringen müsste. Sie vermarktet das Baugebiet und hatte es auch erschlossen.

Vermarktung erfüllte die Erwartungen bei weitem nicht

Schon im Jahr 1996 beschlossen die Mitglieder des damaligen Rates mit großer Mehrheit gegen den Rat der Verwaltung ein Baugebiet zu erschließen. Mit der NLG wurde ein entsprechender Vertrag geschlossen. Die NLG kaufte die Fläche, erschloss sie und versucht seit der Zeit, die Grundstücke zu vermarkten. Geplant war sogar, neben der aktuell erschlossenen Fläche mit den 16 Grundstücken auch noch die angrenzende Brachfläche bis hin an das Grundstück des Deichverbandes zu erschließen. Davon wurde aber angesichts der schleppenden Veräußerung von Grundstücken abgesehen. Wird ein Grundstück verkauft, dann erhält die NLG vom Verkaufspreis einen prozentualen Anteil. Die NLG führt für die Gemeinde ein Verfahrenskonto. Durch den Kauf der Flächen, die Erschließung, die Vermarktungsaktivitäten, die anfallenden Zinsen ist darauf eine ansehnliche Schuldensumme aufgelaufen, die im Jahr 2004 schon 737 385 Euro betrug. Wie hoch diese Summe inzwischen ist, wurde den Ratsmitgliedern während der jüngsten Ratssitzung mitgeteilt - im nicht öffentlichem Teil - und war daher von SVZ auch nicht in Erfahrung zu bringen. Der Vertrag mit der NLG wird von Jahr zu Jahr verlängert, in der Hoffnung, dass weitere Grundstücke verkauft werden. Würde der Vertrag beendet, müsste die Gemeinde auf einen Schlag ihrem Schuldenberg eine erkleckliche Summe hinzufügen. Aber auch wenn alle Grundstücke verkauft sind, wird es nie ein Nullsummenspiel, ist im Spargelfeld ein Haufen Geld versickert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen