Im Netz lauern auch Gefahren

Ein Smartphone haben 81 Prozent der 12 bis 13-jährigen Jugendlichen.
Ein Smartphone haben 81 Prozent der 12 bis 13-jährigen Jugendlichen.

Informationsabend zu Medienkompetenz für Eltern an der Oberschule / Interesse nur sehr gering

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24. April 2015, 13:34 Uhr

„Viele Eltern wissen nicht, was los ist, wie ihre Kinder medial unterwegs sind und erkennen die Brisanz des Themas nicht. Ich kann Ihnen nur ans Herz legen: machen Sie Ihre Kinder fit und sich selbst natürlich auch, damit Sie verstehen, was alles möglich ist und welche Gefahren da sind.“ Florian Schriefer vom Aus- und Weiterbildungswerk Jessenitz war zusammen mit seiner Kollegin Dorina Marx in die Oberschule Neuhaus gekommen, um an einem Informationsabend interessierte Eltern darüber aufzuklären, was „alles abgeht“ im Internet und dass die Nutzung von Smartphone, PC und Tablet auch diverse Tücken bereithält. Schulsozialarbeiterin Alice Pippig war es gelungen, die Veranstaltung kostenlos anbieten zu können, weil die Sparkassenstiftung sich finanziell beteiligte. Allein, das Interesse der Elternschaft war eher bescheiden, nur wenige hatten sich in der Aula eingefunden. Die aber waren froh, dass sie gekommen waren, denn Florian Schriefer machte auf viele Dinge aufmerksam.

„Davon habe ich bisher noch gar nichts gehört,“ entfuhr es einer Mutter, als Schriefer erläuterte, was es mit dem Chatroulette oder dem Snapchat so auf sich hat. Die App snapchat zum Beispiel verspricht demnach, dass die gesendeten Fotos nur kurz anzuschauen seien und dann gelöscht würden. Daher benutzen laut Schriefer viele Jugendliche diese App, um sich intime Fotos zu schicken. Die würden aber nur ausgeblendet und blieben auf den Festplatten erhalten. Wolle man später, wenn die Beziehung zu Ende ist, jemandem schaden, könnten die Fotos dann verbreitet werden.

„Es ist zum Teil erschütternd, wie wenig sich die Jugendlichen Gedanken machen, über das, was sie alles an Fotos und Daten ins Netz stellen“, so Schriefer. Erst im vergangenen Jahr sei Snapchat „gehackt“, also darauf zugegriffen worden.

Auch das Thema Cybermobbing wurde ausführlich behandelt. Soziale Netzwerke wie Facebook oder WhatsApp seien sehr einfach zu nutzen, Opfer würden absichtlich beleidigt, belästigt und sogar bedroht. Die Täter seien total anonym, die Opfer würden sich oft niemandem anvertrauen und sehr leiden. Das Cybermobbing auch an der Oberschule in Neuhaus passiert, bestätigte Schulleiterin Bärbel Scheday.

Die Verletzung von Persönlichkeitsrechten wurden ebenso behandelt wie die Kostenfalle bei illegalen Downloads. Auch über die Sicherheit im Netz wurde gesprochen. Es gibt Sicherheitsstandards, die man einstellen kann, aber auch darüber würden sich Schüler zu wenig Gedanken machen und diese nicht nutzen, so Dorina Marx. Die Schüler, die beim Projekt KITZ 2.0 - Medienkompetenz statt Mediengewalt von der Jessenitzer Aus- und Weiterbildung mitgemacht haben, sind jetzt besser aufgeklärt und die Eltern, die am Info-Abend dabei waren auch. Schade, dass es nur so wenige waren.

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