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Riesen Drogenfund in Goldenitz : Im Dorf riecht’s nach Marihuana

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Landeskriminalamt findet nach langen Ermittlungen Tausende Cannabispflanzen bei holländischem Pferdezüchter

von
erstellt am 17.Mai.2017 | 15:30 Uhr

Der kleine Ort an der B 5 war offenkundig auch Anbauort und Umschlagplatz für illegale Drogen. Und das in Größenordnungen. Nach umfangreichen Durchsuchungen von Polizei, Zoll und Landeskriminalamt bestätigte heute Vormittag die Schweriner Staatsanwaltschaft die Aktion. „Wir ermitteln derzeit gegen einen 51-Jährigen und dessen 28-jährigen Sohn wegen des Verdachts auf bandenmäßigen Handels mit illegalen Drogen“ erklärte Staatsanwalt Stefan Urbanek am Vormittag auf Anfrage unserer Zeitung. In einer Halle auf dem weitläufigen Grundstück direkt an der Eisenbahnlinie Berlin-Hamburg waren zahlreiche Cannabispflanzen gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft sprach heute von mehr als 1000  Pflanzen, die gefunden wurden. Auf Nachfrage wurde auch bestätigt, dass es sich bei den Verdächtigen um Holländer handelt, wobei der Sohn wohl auch noch  den deutschen Pass besitzt.

Heute Vormittag liefen offenkundig noch weitere Untersuchungsmaßnahmen. Zur Unterstützung war der Schweriner Einsatzzug des Technischen Hilfswerks angefordert worden. Bereits am Dienstag waren Einsatzkräfte des THW aus Ludwigslust vor Ort. Aufgefallen war die Aktion, als ein Hubschrauber am Dienstag über Goldenitz kreiste. Nachbar Walter Junge: „Ich habe den Hubschrauber gehört und mich noch gewundert. Aber an so etwas denkt man ja nicht. Die Holländer waren immer nett und hilfsbereit.“  Ein anderer Nachbar erinnerte sich heute, dass er vor geraumer Zeit einmal intensiven Marihuanageruch über dem Dorf wahr genommen habe.

Auch Bürgermeister Peter Holm fiel aus allen Wolken und sah sich gestern die Untersuchung vor Ort an. Die Familie sei bisher in keiner Weise auffällig gewesen. Im Gegenteil, die Familienmitglieder  war als gute Pferdehalter in der Region  bekannt und hatte das frühere LPG-Gelände mit seinen weitläufigen Anlagen gut  in Schuss gehalten. Mit zahlreichen Ställen und kleinen Hallen liegt es am Ende der Dorfstraße.

Nach Informationen unserer Zeitung soll heute der Jüngere der beiden Verdächtigen zunächst geflohen sein, wurde dann aber bei Pritzier geschnappt. Eingebunden  war das Landeskriminalamt, der Durchsuchung waren mehrjährige Ermittlungen vorausgegangen. Goldenitz gehört zur Gemeinde Warlitz und wird durch die Bundesstraße 5 in zwei Hälften geteilt.

Die Staatsanwaltschaft Schwerin bestätigte heute Nachmittag, dass es in der Sache eine  gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift des Zollfahndungsamtes Hamburg und  des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern gegeben habe.  Die Ermittler hätten mit einem hohen Aufwand (70 Ermittlungsbeamte, THW u.a. zum Abschalten der elektrischen Anlagen) den  Reiterhof durchsucht und dabei eine Cannabisplantage in einer Halle mit 1525 Pflanzen sowie 18 Kilogramm verkaufsfertiges Marihuana entdeckt. Die Ermittler nahmen den Betreiber des Hofes, den 51-jährigen Niederländer sowie dessen 28-jährigen Sohn, der nach Auffassung der Ermittlungsbehörden den Verkauf der Betäubungsmittel organisierte, fest.  Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beschuldigten die Plantage von Dezember 2015 bis zum Auffinden betrieben und an zwei weitere Beschuldigte insgesamt mindestens 70 Kilogramm Marihuana für ca. 340000 Euro verkauft haben. Weitere 60 Kilogramm Marihuana sollen die Goldenitzer an weitere Personen verkauft haben.

Die Staatsanwaltschaft hat  wegen des dringenden Tatverdachts des bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge Haftantrag beim Amtsgericht Schwerin gestellt. Der Gesetzgeber sieht hierfür einen Strafrahmen 5 von bis 15 Jahren vor.

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