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Landesfußballverband MV : Im Dialog mit dem Präsidenten

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Joachim Masuch, Chef des Landesfußballverbandes MV, besuchte SG Aufbau. Wichtigstes Gesprächsthema war Sicherheit

Ganz kurzfristig hatten sich für Dienstagabend Joachim Masuch, Präsident des Landesfußballverbandes MV, Martin Bartsch als der dortige Koordinator für Fussballentwicklung und Jens Hildebrandt als Leiter der Abteilung Sicherheit bei SG Aufbau angesagt. „Wir führen ca. zwölf solcher Dialoge mit den Vereinen pro Jahr durch“, erklärte Joachim Masuch gegenüber der SVZ. Der Besuch bei SG Aufbau war dabei nicht zufällig, sondern der Vereinsvorstand um den Vorsitzenden Karl-Heinz Kruse hatte um ein solches Gespräch gebeten. Vor allem zu Fragen der Sicherheit bei den Spielen sucht der Verein Rat und Hilfe. Hintergrund sind die Vorkommnisse bei den letzten Spielen der ersten Herrenmannschaft von SG Aufbau, die in der vorherigen Saison erfolgreich wie nie spielte (11. Platz Verbandsliga) und es beim Landespokal sogar bis ins Halbfinale schaffte. Dort gab es jedoch im Anschluss an dieses Heimspiel eine wüste Schlägerei zwischen einzelnen Fans. Das Nachholspiel gegen den SV Grimmen musste nach Kieselsteinwürfen auf den Linienrichter zehn Minuten vor Schluss beim Stand von 5:1 für den Gegner abgebrochen werden. Auch unerlaubtes Zünden von Pyrotechnik musste zum Leidwesen des Vereins hingenommen werden.

„Wir mussten in der letzten Saison für vier solcher Verstöße 2  000 Euro Strafe an den LFVMV bezahlen“, beklagte Karl-Heinz Kruse. „Das darf in dieser Saison nicht wieder passieren.“ Auch haben die Vereinsmanager Sorge, dass Gewalt am Rande von Spielen zum Wegbleiben von Zuschauern führt und damit dem Verein nicht nur durch die Strafen Geld verloren geht, sondern auch durch weniger Einnahmen. „Es kommen jetzt so viele Mütter mit ihren Kindern auf den Platz, das wäre schade, wenn die sich nicht mehr zu den Spielen hintrauen.“ Der Verein wolle alles dafür tun, damit sich solche Ereignisse nicht wiederholen.

„Letztendlich seid ihr immer der Veranstalter und der Veranstalter haftet. Das Spiel ist dabei nur Teil der Veranstaltung“, erklärte Sicherheitsexperte Jens Hildebrandt den Boizenburgern. „Wenn das nur 10 bis 15 Personen sind, die ihr zum Teil persönlich kennt, solltet ihr mit denen reden und ihnen erklären, dass ihr Verhalten den Verein eine Menge Geld kostet und ihm schadet.“ Es gebe aber auch die Möglichkeit, vom Hausrecht Gebrauch zu machen, wobei er von den Schwierigkeiten wüsste, das von den gewöhnlichen Ordnern durchsetzen zu lassen.

In der folgenden Diskussion wurde klar, dass Gespräche mit auffälligen Fans bisher nichts gebracht hätten, dass es problematisch sei, den Fans nachzuweisen, wer körperliche Auseinandersetzungen beginnt, und dass ein eigens engagierter Sicherheitsdienst die finanziellen Möglichkeiten des Vereins übersteigt. „Aber vielleicht könnt ihr einen Sicherheitsdienst als Kooperationspartner gewinnen“, schlug Martin Bartsch vor. „Der euch bei den Spielen hilft und dafür sein Logo auf die Website und an die Stadionbande usw. bekommt.“ Dieser Vorschlag wurde von Jens Anderson, dem Abteilungsleiter Fussball bei Aufbau, notiert. Ebenso war im Gespräch, Fanprojekte ins Leben zu rufen, in die man alle Fans einbinden könnte.

Der Verein denkt aber auch darüber nach, in Zukunft bei einzelnen Spielen eine Art Strafzuschlag auf den Eintritt zu erheben, falls es wieder zu Strafzahlungen wegen irregulärer Vorkommnisse durch Fans kommen sollte. Und auf diese Weise vielleicht die friedlichen Zuschauer dazu zu bringen, mäßigenden Einfluss auf die Randalierer auszuüben.

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erstellt am 11.Aug.2017 | 05:00 Uhr

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