Neu Gülze : Im Clinch mit der Gemeinde

Ein Loch im Boden, ein Baum mit zu vielen Ästen und dazu ein Schreiben vom Amt. Frank Krüger betrachtet bei jedem Blick vor seinem Zaun, was ihm die Kommunalpolitik beschert hat.
Ein Loch im Boden, ein Baum mit zu vielen Ästen und dazu ein Schreiben vom Amt. Frank Krüger betrachtet bei jedem Blick vor seinem Zaun, was ihm die Kommunalpolitik beschert hat.

Frank Krüger aus Zahrensdorf fühlt sich mit seinen Sorgen nicht beachtet und erhält im Gegenzug Auflagen

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21. März 2018, 05:00 Uhr

Wenn sich jemand mit Politikverdrossenheit auskennt, ist es Frank Krüger aus Zahrensdorf. Der Bauunternehmer aus dem Ort, der zur Gemeinde Neu Gülze gehört, blickt nämlich resignierend auf die kommunalpolitischen Ereignisse der vergangenen Wochen.

Begonnen hat alles mit der ersten Gemeindevertretersitzung des Jahres 2018 am 22. Februar. Bereits dort machte Krüger seinem Ärger über die Handlungsmoral der Gemeinde Luft. Er bemängelte den vernachlässigten Baumschnitt in der Zahrensdorfer Schulstraße und war empört über die aus seiner Sicht mangelhaften Ausführungen vom Bürgermeister der Gemeinde, Hans-Jürgen Michalska. Dieser wies darauf hin, dass gerade die großen Stürme des vergangenen Herbstes alle Firmen, die sich mit der Baumpflege befassen, in einem enormen Maße strapazierten. „Da wurde auch danach entschieden, wie bedrohlich die jeweilige Situation der Bäume für den Menschen sind. Und die Bäume in der Schulstraße sind noch relativ jung und klein“, rechtfertigte der Bürgermeister im Februar das Ausbleiben eines Beschnittes. Zudem wies er auf die noch verbleibende Zeit hin, in der die Pflege auch in diesem Jahr noch möglich wäre.

Einer Argumentation, der Krüger dennoch nicht ganz folgen wollte: „Das sind frisch gesetzte Bäume und die müssen beschnitten werden. Der Vertrag mit der Firma sah das auch vor. Da wurde allerdings bei der Gemeinde geschlafen.“ Dieser Überzeugung ist der Zahrensdorfer, der sich auf der Februarsitzung der Gemeinde mit den Worten des Bürgermeisters „einfach nur abgespeist“ gefühlt hat, noch immer. Zumal er auch sicherheitsrelevante Aspekte beim regelmäßigen Beschnitt der Bäume sieht: „Die schwanken schon ganz schön, wenn es windig ist.“

Bei diesem Ereignis sollte es jedoch nicht für Krüger bleiben. Kurz nach der Sitzung erhielt er einen Brief vom Amt Boizenburg-Land. In diesem wird verlangt, dass er die Feldsteine und Leitpfosten, die er auf der Grünfläche vor seinem Grundstück angelegt hatte, wegräumen solle, da nach Paragraph 25 des Straßen- und Wegegesetzes des Landes dieses Ablegen eine unerlaubte Benutzung des Straßenkörpers darstelle. Eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 5 000 Euro geahndet werden kann. „Da war ich erstmal baff. Die Steine liegen dort, seitdem ich hier wohne. Und das sind 19 Jahre“, beschreibt Krüger sein Erstaunen über das Schreiben. Der Aufforderung kam er dennoch fristgerecht nach. Nun stehen vor seinem Gartenzaun in der Schulstraße nicht nur die Bäume, deren Äste zum Teil in alle Himmelsrichtungen wachsen, es klaffen zudem tiefe Löcher im Rasen an den Stellen, wo die Feldsteine lagen.

Trotzdessen sieht Krüger von einem erneuten Besuch der morgigen Gemeindevertretersitzung ab. „Was soll ich da? Für mich haben diese Sitzungen nie etwas gebracht. Im Gegenteil, ich musste nach der letzten sogar die Steine wegräumen.“

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