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Hagenower Kreisblatt

19. Oktober 2017 | 07:44 Uhr

Lehrerstreik : Im Bett bleiben oder büffeln?

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Gewerkschaft hat Lehrkräfte für Mittwoch zum Warnstreik aufgerufen / SVZ fragte in Schulen der Region, ob und wie Unterricht stattfindet

Für den morgigen Mittwoch hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft landesweit zu einem ganztägigen Warnstreik und einer Kundgebung in Schwerin aufgerufen. „An den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern kann es im Falle von Streiks der tarifbeschäftigten Lehrerinnen und Lehrer zu Unterrichtsausfällen kommen. Bei Warnstreiks sollen Grund- und Förderschüler an ihren jeweiligen Schulen betreut werden“, teilte am gestrigen Dienstag das Schweriner Bildungsministerium mit. GEW und Bildungsministerium haben dazu eine entsprechende Vereinbarung getroffen.

SVZ fragte gestern in mehreren Schulen der Region nach, ob Unterricht am Mittwoch stattfindet oder ausfällt bzw. wie Schüler betreut werden.

„In der Grundschule wird der Unterricht normal stattfinden, an der Realschule allerdings werden sechs Kolleginnen fehlen“, berichtete Sabine Janitz, Schulleiterin der Europaschule in Hagenow. Die Betreuung der Schüler sei aber trotzdem gewährleistet.

Auch der Schulleiter des Elbe-Gymnasiums in Boizenburg, Gerald Kersten, ist sich sicher, dass am morgigen Tag mehrere Lehrer ausfallen werden. „Wie viele genau fehlen, werde ich aber erst Mittwochmorgen erfahren“, erklärte Kersten. Es müsse also mit Ausfall gerechnet werden.

Und auch die Regionalschule in Boizenburg könnte sich auf Lehrerausfall einstellen. „Es werden zwar nicht alle fehlen, aber ein Teil der Lehrer auf jeden Fall“, so der Schulleiter Jörg Dahlmann.

„An welchen Schulen genau gestreikt wird, können wir nicht sagen“, wirbt Bildungsministerin Birgit Hesse in einer Pressemitteilung bei Eltern um Verständnis. „Eine Erfassung von Streikenden durch den Arbeitgeber ist nicht zulässig. Sie würde dem individuellen Streikrecht widersprechen“, so Hesse. Die Durchführung der Notdienste erfolge bei Bedarf in den komplett bestreikten Grund- und Förderschulen. Notdienste an weiterführenden Schulen seien – mit Ausnahme der Klassen der Orientierungsstufe – nicht erforderlich und könnten nicht angeordnet werden.

An den Grund- und Förderschulen, an denen verbeamtete Lehrkräfte arbeiteten, übernähmen diese eine Betreuung im Notfall. An denjenigen Schulen, an denen keine verbeamteten Lehrkräfte tätig seien, werde ein Notdienst eingerichtet, soweit dieser dort tatsächlich erforderlich sei.
Die GEW Mecklenburg-Vorpommern verpflichte sich, das in ihren Kräften Stehende zu tun, um die erforderlichen Notdienste nach Maßgabe dieser Vereinbarung zu gewährleisten. Die GEW und das Bildungsministerium informieren sich gegenseitig bei auftretenden Problemen. Auch GEW-Pressesprecherin Manuela Skott sagte gestern, in bestreikten Grund- und Förderschulen würden entsprechende Notdienste organisiert. Zwar gebe es Anmeldelisten für die Busfahrt zur Kundgebung, wieviele Lehrkräfte sich aber an dem Streik beteiligen werden, wisse man nicht.

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